05. April, 2025

Märkte

Zunehmende Handelskonflikte beeinflussen weltweite Finanzmärkte negativ

Die durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump initiierten globalen Handelskonflikte haben erneut erhebliche Spannungen an den internationalen Finanzmärkten verursacht. Vor wenigen Tagen antwortete China mit der Einführung von Gegenzöllen in Höhe von 34 Prozent auf amerikanische Waren, nachdem die USA im Vorfeld schrittweise Zölle von über 50 Prozent auf chinesische Importe angesetzt hatten. Diese Eskalation hat zu einem erheblichen Einbruch an den weltweiten Börsen geführt.

Am deutschen Aktienmarkt hat der Dax, der wichtigste Index, bis zum Freitagnachmittag einen markanten Rückgang von 4 Prozent auf 20.838 Punkte erlitten. Über die gesamte Woche hinweg beläuft sich das Minus auf über 7 Prozent, was als bedenklich angesehen werden muss. Die am selben Tag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für März konnten die angespannte Situation auf den Aktienmärkten nicht wesentlich beeinflussen, da die Unsicherheiten rund um die Handelszölle stark im Vordergrund standen.

Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank aus Liechtenstein, warnt vor einer möglichen Ausweitung der Handelsstreitigkeiten auf die Europäische Union. Dies könnte in einem umfassenden globalen Zollkonflikt resultieren, der alle großen Wirtschaftsräume erfasst. Die ökonomischen Konsequenzen eines solchen Szenarios könnten gravierend sein und die Wahrscheinlichkeit einer globalen Rezession erhöhen.

Schwerere Verluste als im Dax mussten Anleger im MDax verkraften. Hier fiel der Index um 5,5 Prozent auf 25.396 Punkte. Auch der EuroStoxx 50, ein zentraler Index für die Eurozone, verzeichnete einen Rückgang um 3,9 Prozent. Besonders die deutsche Bankenbranche stand aufgrund der sinkenden Marktzinsen und der steigenden Wachstumsrisiken unter erheblichem Druck. Die Aktien der Deutschen Bank verzeichneten ein Minus von über 8 Prozent. Ebenso betraf es Infineon, das ebenfalls Verluste von 8 Prozent hinnehmen musste, da die Halbleiterbranche sich auf mögliche neue Zölle vorbereiten muss.

Im MDax traf es besonders das Unternehmen Gerresheimer, dessen Aktienwert um mehr als 15 Prozent nachgab. Der Hintergrund ist ein erschwertes Verkaufsvorhaben, nachdem KKR ein Konsortium zur Übernahme des Verpackungsspezialisten verlassen hatte. Redcare notierte trotz solider Quartalszahlen ebenfalls im Minus und verlor 4 Prozent an Wert, was das schwache Marktumfeld widerspiegelt. Das Geschäft der Gruppe profitierte zwar von einem Anstieg bei elektronischen Rezepten in Deutschland, konnte sich jedoch der allgemeinen Negativstimmung nicht entziehen.