Der chinesische Elektroautohersteller Xpeng hat im Jahr 2024 seine Verluste signifikant gesenkt. Doch trotz steigender Umsätze bleibt die Profitabilität des Unternehmens in weiter Ferne.
Während Investoren vorsichtig optimistisch reagieren, bleibt die Konkurrenz mit Tesla und BYD in einem sich verschärfenden Preiskampf weiter eine große Herausforderung.
Weniger Verluste, aber weiterhin tiefrote Zahlen
Der Tesla-Konkurrent Xpeng hat seine Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht – mit Licht und Schatten.
Das Unternehmen meldete einen Verlust pro Aktie von 5,87 Renminbi Yuan, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von -10,85 Renminbi Yuan. Dennoch bleibt das Unternehmen in den roten Zahlen, was zeigt, dass Xpeng trotz Wachstums weiter mit Rentabilitätsproblemen kämpft.
Vor allem das vierte Quartal 2024 sorgte für Erleichterung bei den Anlegern: Der Verlust pro Aktie lag mit 1,47 Renminbi Yuan niedriger als im Vorjahresquartal (-1,98 Renminbi Yuan). Analysten hatten mit einem geringeren Minus von 1,45 Renminbi Yuan gerechnet, was zeigt, dass Xpeng die Markterwartungen nur knapp verfehlte.
Umsatz steigt, Marktanteile wachsen
Während sich die Verluste verringern, kann Xpeng mit wachsenden Umsätzen punkten. Im vierten Quartal 2024 stieg der Umsatz auf 16,11 Milliarden Renminbi Yuan – ein Plus gegenüber den 13,05 Milliarden im Vergleichszeitraum 2023. Die Schätzungen der Analysten wurden dabei nur leicht untertroffen, die im Vorfeld mit 16,16 Milliarden Renminbi Yuan gerechnet hatten.
Im Gesamtjahr 2024 erzielte Xpeng einen Umsatz von 40,87 Milliarden Renminbi Yuan, was einer Steigerung von rund 33 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht (30,68 Milliarden Renminbi Yuan). Dennoch zeigt sich, dass Xpeng trotz zunehmender Verkäufe weiterhin Mühe hat, die Rentabilitätsgrenze zu überschreiten.
Preiskampf in China belastet Margen
Ein wesentlicher Grund für die anhaltenden Verluste ist der harte Wettbewerb im chinesischen Elektroautomarkt. Die aggressive Preispolitik von Marktführern wie BYD und Tesla zwingt Xpeng, seine Margen zu opfern, um konkurrenzfähig zu bleiben. Tesla hat im vergangenen Jahr wiederholt die Preise in China gesenkt, was Konkurrenten wie Xpeng unter Druck setzt.
Hinzu kommt die schwache Kauflaune auf dem chinesischen Markt. Zwar steigt die Nachfrage nach Elektroautos weiterhin, doch staatliche Subventionen wurden reduziert, was sich auf die Margen der Hersteller auswirkt. Gleichzeitig investieren chinesische Autobauer massiv in neue Technologien und Modelle, was die Kosten für Entwicklung und Produktion in die Höhe treibt.
Neue Modelle und Kooperationen als Hoffnungsträger
Um den Druck zu mindern, setzt Xpeng auf eine Expansion seiner Modellpalette sowie strategische Partnerschaften. Besonders das Joint Venture mit Volkswagen könnte langfristig entscheidend sein. Der deutsche Autohersteller investierte bereits 700 Millionen US-Dollar in Xpeng und will gemeinsam mit dem Unternehmen neue Elektrofahrzeuge für den chinesischen Markt entwickeln.
Darüber hinaus treibt Xpeng seine Internationalisierung voran. 2024 startete das Unternehmen mit dem Export seiner Modelle nach Europa, um sich unabhängiger vom heimischen Markt zu machen. Insbesondere Norwegen, Schweden und die Niederlande stehen im Fokus, da dort die Nachfrage nach Elektroautos hoch ist.
Anleger reagieren verhalten optimistisch
Trotz der durchwachsenen Zahlen zeigten sich Anleger vorsichtig optimistisch. Die Xpeng-Aktie legte an der New York Stock Exchange (NYSE) vorbörslich um 0,77 % auf 24,75 US-Dollar zu.
Die steigenden Umsätze und die Reduzierung der Verluste wurden positiv aufgenommen, auch wenn die Rentabilität nach wie vor ein großes Fragezeichen bleibt.
Fortschritt, aber noch kein Durchbruch
Xpeng hat 2024 Fortschritte gemacht, doch der Weg zur Profitabilität bleibt steinig. Der anhaltende Preisdruck, hohe Investitionen in neue Modelle und eine ungewisse Nachfrageentwicklung in China stellen weiterhin große Herausforderungen dar.
Die Partnerschaft mit Volkswagen könnte Xpeng langfristig helfen, sich am Markt zu etablieren – kurzfristig bleibt das Unternehmen jedoch ein Wagnis für Investoren. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Xpeng den Sprung in die Gewinnzone schafft oder weiter von der Konkurrenz abgehängt wird.
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