28. Februar, 2025

Märkte

Wiener Börse im Rückzug: Globale Spannungen belasten Marktentwicklung

Wiener Börse im Rückzug: Globale Spannungen belasten Marktentwicklung

Zum Wochenende meldet die Wiener Börse deutliche Kursverluste, die den österreichischen Leitindex ATX um 1,50 Prozent auf 4.148,04 Punkte zurückgehen ließen. Auch der breiter angelegte ATX Prime verzeichnete mit einem Minus von 1,56 Prozent auf 2.072,14 Einheiten einen kräftigen Rückgang. Die europaweite Stimmung trübte sich ein, nachdem aus den USA und Asien schwache Vorgaben die Handelsplätze belasteten.

Dennoch zeigte sich der ATX auf Wochensicht robust und konnte insgesamt um 2,5 Prozent zulegen. Sogar im Februar verzeichnete das heimische Barometer einen Zuwachs von 7,3 Prozent, was ein positives Signal trotz des schwachen Wochenausklangs darstellt.

Ein Hauptproblem stellt weiterhin die Unsicherheit durch US-Präsident Donald Trumps Zollpolitik dar. Neue Zolldrohungen gegen Kanada, Mexiko und China sorgen weltweit für Unruhe. China reagiert mit Ankündigungen von Gegenmaßnahmen, während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den USA mit europäischen Gegenzöllen droht.

Der Fokus des Tages lag auf makroökonomischen Daten der Verbraucherpreisentwicklung. In den USA stieg der PCE-Deflator für Januar um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Kernrate leicht auf 2,6 Prozent sank. Für Deutschland und Frankreich zeigen die Verbraucherpreise unterschiedliche Entwicklungen, wobei insbesondere der Rückgang der französischen Inflationsrate auf 0,9 Prozent überraschte.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Aktien der Erste Group, die nach der Veröffentlichung ihrer Geschäftsergebnisse in den Fokus rückten. Trotz eines Wachstums im Kreditgeschäft und bei den Einlagen fielen die Papiere aufgrund eines unter den Erwartungen liegenden Nettogewinns um 6,8 Prozent. Auch Raiffeisen Bank International verzeichnete Verluste, während sich BAWAG mit einem kleinen Plus von 0,4 Prozent ins Wochenende rettete.

Analystenkommentare sorgten ebenfalls für Bewegung. Wienerberger etwa büßte 3,5 Prozent ein, nachdem Morgan Stanley das Rating auf "Equal Weight" senkte. Besonders die Baubranche geriet unter Druck, während Versorgerwerte wie EVN und Verbund zulegen konnten.