05. April, 2025

Grün

Wiederaufleben der Kernenergie: Öffentlichkeit äußert verhaltene Unterstützung

Eine aktuelle Studie unter der Leitung von Verivox hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung einem Wiedereinstieg in die Nutzung von Atomkraft positiv gegenübersteht. Die repräsentative Umfrage, die von dem Meinungsforschungsinstitut Innofact durchgeführt wurde, befragte 1.007 Personen und ergab, dass 55 Prozent die Kernenergienutzung befürworten. Im Gegensatz dazu lehnen 36 Prozent der Befragten die Atomkraft strikt ab und 9 Prozent zeigten sich unentschlossen.

Dies kommt zu einem Zeitpunkt, da Deutschland Mitte April 2023 seine letzten Kernkraftwerke stillgelegt hat, ein Prozess, der ursprünglich für Ende 2022 vorgesehen war. Diese Verzögerung wurde durch globale Krisen, einschließlich des Ukraine-Konflikts, verursacht. Ungeachtet des abgeschlossenen Atomausstiegs hält die Union unter der Führung von Friedrich Merz an der Möglichkeit fest, diese Entscheidung zu überdenken, und erwägt in ihrem Wahlprogramm die Wiederinbetriebnahme kürzlich abgeschalteter Reaktoren. Diese Überlegungen finden vor allem unter männlichen Befragten Zuspruch.

Von den Teilnehmern sprechen sich 32 Prozent sowohl für den Neubau zusätzlicher Kernkraftwerke als auch die Reaktivierung der kürzlich geschlossenen Anlagen aus, während 22 Prozent bloß die Wiederaufnahme des Betriebs der stillgelegten Anlagen bevorzugen.

Parallel zu den Atomkraft-Debatten gibt es eine starke Zustimmung für den Ausbau erneuerbarer Energien. In der Umfrage unterstützten 57 Prozent der Teilnehmer verstärkte Investitionen in diesen Bereich. Thorsten Storck von Verivox interpretiert diese Zahlen als Zeichen für einen breiten gesellschaftlichen Konsens, dass eine parallele Entwicklung von Atomkraft und erneuerbaren Energien in Deutschland möglich ist.

Obgleich die Diskussion um die Atomkraft spürbare Präsenz in der politischen und gesellschaftlichen Debatte Deutschlands zeigt, bleibt die langfristige Energiepolitik des Landes ein Balanceakt zwischen Risikoabwägungen, wirtschaftlichen Überlegungen und dem Streben nach nachhaltigen Energielösungen.