27. Februar, 2025

Wirtschaft

Wettbewerbsdruck zwingt Kion zu neuen Strategien

Wettbewerbsdruck zwingt Kion zu neuen Strategien

Der Gabelstaplergigant Kion sieht sich im aktuellen Geschäftsjahr einem intensiveren Wettbewerb gegenüber und erwartet einen geringeren operativen Gewinn. Insbesondere die Nachfrage nach günstigeren Lagertechniklösungen dämpft die Aussichten bis 2025. Das Management bezeichnet das kommende Jahr als "Brückenjahr" für das Staplergeschäft, doch Analysten hatten mit noch gravierenderen Rückgängen gerechnet. Die unerwartet positiven Neuigkeiten ließen die Aktie des Unternehmens kräftig steigen.

Der Aktienkurs von Kion konnte am Nachmittag um 3,5 Prozent auf 41,87 Euro zulegen und markierte somit ein Hoch seit Juni 2024. Seit Jahresbeginn ergibt sich dadurch ein Kurszuwachs von etwa einem Drittel. Zwei Wochen zuvor hatte Kion vorläufige Zahlen für 2024 präsentiert und diese nun bestätigt. Für 2025 prognostiziert der Vorstand ein um Sondereffekte bereinigtes Ebit von 720 bis 870 Millionen Euro, was trotz günstigster Erwartungen einen Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zu 2024 darstellt.

Analysten zeigten sich überrascht von den ausgegebenen Finanzzielen, die beim operativen Ergebnis und freien Barmittelfluss insbesondere in der Mitte der erwarteten Spannen höher ausfallen als angenommen. Allerdings liegt die geplante Dividende ein wenig unter der Konsensschätzung. Kion-Finanzchef Christian Harm betont, dass der Geschäftsverlauf im ersten Quartal den Erwartungen entspricht - sowohl beim Auftragseingang als auch beim Ergebnis.

Das Stapler- und Lagertechnikgeschäft steht unter Druck, da Kunden zunehmend preisgünstigere Optionen wählen, was Konkurrenten aus China in die Karten spielt. Um sich den Herausforderungen zu stellen, versichert Finanzchef Harm, dass Kion keine Listenpreissenkungen durchführen wird. Stattdessen fokussiert man sich darauf, durch den Ausbau des europäischen Netzwerks wettbewerbsfähige Angebote zu präsentieren.

Obwohl die Automationstechnik und Software noch nicht das volle Potenzial ausschöpfen, verbessern sich die Gewinnmargen durch den Abschluss unprofitabler Projekte. Das Segment zeigt Anzeichen einer leichten Erholung, allerdings noch keine klare Trendwende.

Trotz der konjunkturell bedingten Nachfrageschwäche in Europa plant Kion, durch ein jüngst gestartetes Sparprogramm bis 2027 in beiden Geschäftsbereichen operative Margen von über zehn Prozent zu erzielen. Die Maßnahmen, die auch Personalabbau umfassen könnten, sollen ab 2026 vollständig wirken. Im vergangenen Jahr erzielte Kion einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro bei einem operativen Gewinn von 917 Millionen Euro, was eine Steigerung im Vergleich zu 2023 bedeutet. Die Dividende wurde entsprechend auf 0,82 Euro je Aktie angehoben.