03. April, 2025

Wirtschaft

Webasto reduziert 650 Arbeitsplätze in Deutschland: Fortschritte bei den Restrukturierungsmaßnahmen

Der renommierte Autozulieferer Webasto, mit Hauptsitz in Stockdorf bei München, hat beschlossen, im Rahmen seines fortlaufenden Sanierungsprozesses etwa 650 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Diese drastische Maßnahme resultiert aus einer engen Absprache zwischen dem Management und den Arbeitnehmervertretern und wird als Reaktion auf die gegenwärtig herausfordernde Marktsituation betrachtet. Der frisch ernannte Vorstandsvorsitzende Jörg Buchheim sieht den Abbau als unvermeidlich an, um die Wettbewerbsfähigkeit und Betriebseffizienz des Unternehmens zu sichern.

Die geplanten Kürzungen werden die Belegschaft in Deutschland signifikant dezimieren. Ende 2024 beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 16.000 Mitarbeiter, von denen 3.700 in Deutschland tätig sind. Webasto ist vor allem auf die Fertigung von innovativen Schiebe- und Panoramadächern für die Automobilbranche spezialisiert. Die Kürzung betrifft somit etwa jeden sechsten Arbeitsplatz an den deutschen Standorten, was nicht nur die Unternehmensstruktur, sondern auch die lokale Wirtschaft beeinflussen dürfte.

Der Fokus des Stellenabbaus liegt insbesondere auf den Verwaltungs- und Entwicklungsabteilungen. Darüber hinaus werden die Produktionskapazitäten an die verminderte Marktnachfrage angepasst, was ebenfalls Arbeitsplatzverluste in der Produktion zur Folge haben kann. Die Standorte in Gilching, Hengersberg, Neubrandenburg, Utting und die Zentrale in Stockdorf stehen im Zentrum dieser Restrukturierungsmaßnahmen. Um die sozialen Folgen abzufedern, hat Webasto die Einrichtung einer Transfergesellschaft angekündigt, die die betroffenen Mitarbeiter für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten unterstützen soll. Angestrebt wird, den Stellenabbau noch vor Jahresende abzuschließen.

In den vergangenen Monaten hat sich Webasto mit beträchtlichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert gesehen, was im Dezember zur Sicherung einer Stabilisierungsvereinbarung mit seinen Hauptgläubigern führte. Der Abgang des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Holger Engelmann in der Folge verdeutlicht die Umbruchphase, in der sich das Unternehmen befindet. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt Webasto, mit seiner 124-jährigen Familientradition, bestrebt, sich auf die zukünftigen Herausforderungen in der Automobilbranche vorzubereiten und seine Position als führender Anbieter von Automobilkomponenten zu verteidigen.