Sanktionen mit Symbolwirkung – aber ohne Hebel
Als Donald Trump drohte, Russland mit „hohen Steuern, Zöllen und Sanktionen“ zu belegen, wenn Wladimir Putin den Ukrainekrieg nicht beendet, wirkte die Ankündigung entschlossen.
Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Die wirtschaftliche Entflechtung zwischen den beiden Ländern hat längst dazu geführt, dass die USA nur noch minimalen Einfluss auf Russlands Wirtschaft haben.
Handel: Ein Tropfen auf den heißen Stein
2021 importierten die USA noch Waren im Wert von 29,6 Milliarden Dollar aus Russland – darunter Öl, Gas und Metalle. Seit Beginn des Ukrainekriegs ist diese Zahl auf etwa 10 % des vorherigen Volumens geschrumpft.
Damit machen die USA nur noch 0,75 % des russischen Außenhandels aus. „Selbst wenn alle Exporte nach Amerika komplett gestoppt würden, würde Russland das kaum spüren“, sagt der Ökonom Vladislav Inozemcev.
Besonders bei kritischen Rohstoffen wie Palladium oder angereichertem Uran bleibt jedoch eine gewisse Abhängigkeit bestehen. Während die EU ihre Uran-Importe aus Russland auf unter 10 % senken konnte, liegt der Anteil in den USA weiterhin bei über 20 % – zeitweise sogar bei 27 % im Jahr 2023.
Exporte in den russischen Markt: Kein scharfer Trumpf
Auch die Exporte amerikanischer Unternehmen nach Russland spielen nur eine marginale Rolle. Zwar zahlten US-Firmen in Russland im Jahr 2023 Steuern in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar, doch die meisten Unternehmen haben ihre Geschäfte bereits eingestellt oder planen den Rückzug. Ein Boykott würde Russland kaum treffen, da viele Geschäfte von russischen Firmen übernommen würden.
Ein globaler Ansatz gegen Russland?
Experten betonen, dass ein universelles Embargo für russische Exporte und Importe nötig wäre, um die russische Wirtschaft ernsthaft zu treffen. Doch solche Maßnahmen erfordern die Zusammenarbeit mit China, Indien und anderen großen Wirtschaftsnationen – eine Herausforderung, die bislang nicht erfolgreich gemeistert wurde.
Öl als Schlüssel zur Verhandlungsmacht?
Trump fordert, dass die Opec-Staaten ihre Förderkürzungen beenden, um den Ölpreis zu senken. Doch selbst ein niedrigerer Ölpreis würde Russland nur langsam treffen, da das Land bewiesen hat, auch bei niedrigen Preisen wirtschaftlich überlebensfähig zu sein.
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