An den deutschen Börsen hält der Abwärtsdruck an, angefacht durch schwächelnde Vorgaben aus Übersee. Der Dax, das zentrale Barometer der deutschen Wirtschaft, büßte im frühen Handel 0,74 Prozent ein und steht nun bei 22.383 Punkten. Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmen musste mit einem Minus von 1,25 Prozent auf 28.201 Punkte deutlich Federn lassen, während der EuroStoxx 50 um 0,9 Prozent nachgab.
Die global unsichere Börsenlandschaft wird von wieder aufflammenden Zollsorgen überschattet. In Asien zeigten sich die Märkte schwach und folgten den negativen Tendenzen der US-Börsen, die vorab unter Druck geraten waren. Die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, Zölle gegen China, Kanada und Mexiko zu erheben, tragen weiter zur Verunsicherung bei.
Marktexperte Andreas Lipkow sieht durch die unberechenbare US-Handelspolitik zunehmende Herausforderungen für Investoren. Dennoch hebt Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners hervor, dass die europäischen Märkte im internationalen Kontext vergleichsweise robust dastehen. Am Nachmittag richten sich die Blicke auf die Verbraucherpreisindizes aus Deutschland und den USA, wobei der vielbeachtete PCE-Preisindex der US-Notenbank Fed im Zentrum steht. Die Helaba warnt jedoch, dass eine deutliche Minderung des Preisdrucks in den USA ausbleibt.
Auf Unternehmensseite rückt die Allianz mit ihren Rekordzahlen in den Fokus: Der Versicherer verkündete einen Aktienrückkauf in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro und eine nennenswerte Dividendenerhöhung. Dennoch reagierten die Investoren zurückhaltend, und die Allianz-Aktien gaben leicht nach.
Im Chemiesektor verzeichnete BASF trotz gesteigerter Gewinne für 2024 einen Kursverlust von 2,3 Prozent. Der prognostizierte Ausblick trifft laut Jefferies-Analysten bereits die obere Konsensspanne. Unterdessen erfreute Alzchem die Anleger mit einer angekündigten Dividendensteigerung um 50 Prozent und einer Kurszunahme von 1,9 Prozent.
Die Papiere des Chemiekonzerns Lanxess verloren 3,3 Prozent, nachdem die Berenberg Bank ihre Kaufempfehlung zurückzog. Der Kursanstieg sei maßgeblich durch Quartalszahlen, geopolitische Hoffnungen und gesunkene Energiepreise getrieben worden.