04. April, 2025

Wirtschaft

Verkehrswende im Berufsverkehr: Große Herausforderungen, trotz positiver Ansätze

Verkehrswende im Berufsverkehr: Große Herausforderungen, trotz positiver Ansätze

Eine aktuelle Studie des Instituts für Mobilität der Universität St. Gallen offenbart, dass der Berufsverkehr in Deutschland noch erhebliches Potenzial in Richtung einer nachhaltigen Verkehrswende birgt. Denn die Mehrheit der Beschäftigten nutzt auf ihrem Arbeitsweg weiterhin den Pkw oder das Motorrad. Trotz sommerlicher Witterung gaben über zwei Drittel der Befragten an, mit einem Kraftfahrzeug zur Arbeit zu gelangen. Bemerkenswert ist, dass 83 Prozent dieser Fahrten mit einem Verbrennungsmotor durchgeführt werden. Dies verdeutlicht, dass beruflich bedingte Fahrten einen bedeutenden Anteil am Gesamtsverkehr einnehmen – über 40 Prozent. Arbeitgeber sind nun gefordert, ihre Mobilitätsangebote zu überdenken und vermehrt auf nachhaltige Alternativen zu setzen. Eine positive Entwicklung ist bereits zu beobachten: Über die Hälfte der Unternehmen bietet ein Job-Deutschlandticket für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr an und fördert auf diese Weise die Nutzung umweltschonender Fortbewegungsmittel durch Subventionen. Fast ebenso viele Unternehmen unterstützen das Leasing von Diensträdern oder schaffen zusätzliche Parkmöglichkeiten für E-Fahrzeuge und Fahrräder. Dennoch sehen die Studienautoren weiteren Handlungsbedarf. Oft fehlt es an der Kommunikation mit den Mitarbeitern, deren Wünsche hinsichtlich der Mobilitätsangebote häufig unberücksichtigt bleiben. Diese stehen in der Rangfolge der Anreize gleich nach dem Wunsch nach mehr Urlaubstagen. Die Bereitschaft der Arbeitnehmer, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen, ist laut Studie eher verhalten. Nur ein Drittel der Befragten kann sich dies grundsätzlich vorstellen. Hauptkritikpunkt der Autofahrer ist der ausgedünnte Fahrplan des öffentlichen Nahverkehrs. Ein dichteres Netz könnte hier als Katalysator wirken, um die Akzeptanz für Bus und Bahn zu erhöhen. Die Analyse basiert auf Befragungen von rund 1.800 Beschäftigten sowie 600 Arbeitgebern in Deutschland; eine vergleichbare Studie wurde auch für die Schweiz durchgeführt.