27. Februar, 2025

Märkte

US-Zollankündigungen lassen Dax nach starkem Vortag leicht absinken

US-Zollankündigungen lassen Dax nach starkem Vortag leicht absinken

Der Dax musste am Donnerstag nach einem kraftvollen vorherigen Handelstag einen leichten Rückschlag hinnehmen, ausgelöst durch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Importzölle auf Einfuhren aus der Europäischen Union einzuführen. Diese Nachricht, verharmlost als "Zoll-Wahnsinn" von Jürgen Molnar, einem Kapitalmarktstrategen bei RoboMarkets, führte dazu, dass der deutsche Leitindex im frühen Handel um 0,89 Prozent auf 22.590 Punkte fiel. Am Tag zuvor hatte sich der Dax mit weniger als einem Hunderter vom Rekordhoch der Vorwoche entfernt.

Trump plant, 25-prozentige Zölle auf Importwaren wie Autos aus der EU zu erheben, wobei eine offizielle Bekanntgabe unmittelbar bevorsteht. Trotz dieser schockierenden Ankündigung blieb die Reaktion an den Märkten verhalten, wie Thomas Altmann von QC Partners optimistisch bemerkte. Er verwies auf Trumps bisherige Vorgehensweise, die gezeigt hat, dass Ankündigungen nicht zwangsläufig in Aktion umgesetzt werden.

Auch der MDax, der Index der mittelgroßen Unternehmen, verzeichnete am Donnerstag mit einem Minus von 0,69 Prozent auf 28.424 Punkte einen Abwärtstrend. Der EuroStoxx 50 verlor ebenfalls rund 0,9 Prozent. Postive Überraschungen blieben aus, da selbst die jüngsten positiven Quartalszahlen von Nvidia aus den USA kaum inspirierende Wirkung auf die europäischen Märkte hatten.

Innerhalb des deutschen Marktes standen Quartalszahlen vieler Unternehmen im Fokus. Im MDax belasteten die schleppende Entwicklung in der Elektromobilität und schwierige Marktbedingungen im Industriesektor weiterhin den Chipindustrieausrüster Aixtron, was zu einem Einbruch der Aktien um über acht Prozent führte. Im Gegensatz dazu fand Kion nach der Veröffentlichung seiner Ergebnisse Oberwasser und verzeichnete einen Anstieg der Aktien um mehr als fünf Prozent.

Beiersdorf führte die Gewinne im Dax mit einem Plus von drei Prozent an, geteilt durch die Ankündigung eines erneuten Aktienrückkaufprogramms. Dagegen erlitten Automobilhersteller durch Trumps Zollpläne Rückschläge: Porsche AG, Volkswagen und BMW verloren teils mehr als drei Prozent. Im kleineren SDax verzeichnete der Autovermieter Sixt nach der Veröffentlichung seiner Zahlen einen Anstieg der Stammaktien um gut sechs Prozent.