03. April, 2025

Märkte

Ungewisse Prognose für den US-Aktienmarkt: Trumps Zollerklärung verursacht Unruhe

Am Vorabend der mit Spannung erwarteten Entscheidung von Präsident Donald Trump bezüglich neuer Zollmaßnahmen zeigt sich der US-Aktienmarkt in einem Zustand deutlicher Verunsicherung. Investoren halten sich momentan merklich zurück, während sie auf Details zu den von der Regierung angekündigten Zöllen warten. Marktanalyst Maximilian Wienke vom Broker Toro beobachtet die Lage kritisch: 'Trotz einer kurzen Erholungsphase der US-Indizes bleibt die allgemeine Marktstimmung angespannt'. Wienke beschreibt die jüngsten Kursbewegungen als lediglich technische Reaktionen und warnt davor, unvorsichtig in einen Markt zu investieren, der möglicherweise weiter ins Minus rutscht, indem er den Ausdruck 'Niemand will in ein fallendes Messer greifen' verwendet.

Zum Zeitpunkt kurz vor Beginn des Handels an der New Yorker Börse signalisiert der Broker IG einen Rückgang des Dow Jones Industrial Average um 0,7 Prozent auf 41.702 Punkte. Zugleich soll der technologielastige Nasdaq 100 mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 19.218 Punkte in den Handel starten. Präsident Trump selbst bezeichnet seine Initiative als 'Tag der Befreiung', doch nicht alle teilen diesen Optimismus. Analysten wie Henning Oligmüller von der Landesbank Baden-Württemberg bewerten Trumps Schritte skeptisch und sehen darin potenzielle Risiken für die US-Wirtschaft, die schlimmstenfalls in eine Rezession abgleiten könnte.

Auch innerhalb der Federal Reserve, der US-amerikanischen Notenbank, gibt es besorgte Stimmen. So äußert Thomas Barkin, Chef der Federal Reserve Bank von Richmond, die Befürchtung, dass die auferlegten Zölle neben der Inflation auch die Arbeitslosenquote negativ beeinflussen könnten. Angesichts dieser Unsicherheiten schauen Anleger mit besonders wachsamen Augen auf die aktuellen Wirtschaftsdaten, darunter die Inflationsrate und die Arbeitsmarktentwicklung. Die jüngst veröffentlichten ADP-Reports für März zeigen ein starkes Wachstum in der Privatwirtschaft, was die schwachen Zahlen aus Februar etwas ausbalanciert.

Besondere Beachtung finden auch die Auftragseingänge der Industrie für den Monat Februar, die mutmaßlich einen Rückgang verzeichnen werden. Vorbörslich mussten alle Unternehmen der sogenannten 'Glorreichen Sieben' Verluste hinnehmen. Besonders betroffen ist Tesla, dessen Aktien um 2,6 Prozent stärker fallen als die der anderen Unternehmen. Dieses Minus hängt mit den Erwartungen an die demnächst veröffentlichten Absatzzahlen zusammen sowie mit den Protesten gegen CEO Elon Musk, der sich an die Seite von Präsident Trump stellt und damit zusätzlichen Druck auf das Unternehmen auslöst.

Das Unternehmen Ncino sieht sich einem drastischen Rückgang seiner Aktien um 34 Prozent gegenüber, nachdem seine Quartalsergebnisse die Erwartungen enttäuschten. Trotz einer vorher beispiellosen Aufwärtsrallye fällt auch Newsmax vorbörslich um 18 Prozent, nachdem die Aktie seit dem Börsengang am Montag einen zwischenzeitlichen Anstieg um 2.200 Prozent verzeichnen konnte. Zu den wenigen Gewinnern am Markt zählt TTEC Holdings, deren Aktien um 29 Prozent stiegen. Dies ist auf eine Ankündigung von CEO Kenneth Tuchman zurückzuführen, der signalisierte, weitere Aktien übernehmen zu wollen.

Im Lichte dieses herausfordernden Marktumfelds werden zudem kritische Stimmen aus renommierten Analystenhäusern wie Raymond James laut. Diese haben kürzlich ihre Bewertung für United Airlines zurückgenommen, ein Schritt, der auch durch Jefferies‘ Kürzungen der Kursziele für die Fluggesellschaft beeinflusst wurde. Anleger sehen sich somit mit einer Vielzahl an Unsicherheiten konfrontiert, die nicht nur durch wirtschaftspolitische Entscheidungen, sondern auch durch Unternehmensentwicklungen verstärkt werden.