In einer unerwarteten Wendung der internationalen Diplomatie hat der französische Staatschef Emmanuel Macron offenbar einen bemerkenswerten Vorschlag an den damaligen US-Präsidenten Donald Trump herangetragen: Europa könnte für den Frieden in der Ukraine zahlen und Truppen entsenden, während die USA im Gegenzug die europäischen Soldaten schützen und von den Bodenschätzen Kiews profitieren. Doch die Reaktion des exzentrischen Ex-Präsidenten bleibt ungewiss. Es ist ein waghalsiges geopolitisches Spiel, das seine Tücken birgt. Sollte Trump die Ukraine vollständig in Russlands Einflussbereich übergeben, könnte dies zu einem einschneidenden Bruch mit Europa führen. Auch die bislang fast bedingungslose Unterstützung durch Trumps patriotische Anhänger in den USA könnte sich abkühlen. Denn in der kollektiven Vorstellung Amerikas beanspruchen die Vereinigten Staaten die Rolle der "guten" Supermacht, während tiefes Misstrauen gegenüber Russland tief verwurzelt ist. Die Bedeutung dieser Situation für die europäische Sicherheit kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Angesichts der unberechenbaren Entwicklungen unter einem möglicherweise abwandernden Amerika denken Macron und Deutschland, unter der Führung von Friedrich Merz, inzwischen das Undenkbare: Frankreich erwägt, mit seiner nuklearen Abschreckung die deutsche Sicherheit zu garantieren, falls sich die USA unter Trump endgültig aus Europa zurückziehen.
Politik
Überraschende Wendungen in der Geopolitik: Macron und Merz kalkulieren neu
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