Der Sieg von Donald Trump in den US-Präsidentschaftswahlen hat an den Märkten spürbare Wellen geschlagen, und Tesla reitet an der Spitze dieser Welle. Am Freitagabend knackte der Börsenwert des Elektroautogiganten wieder die Marke von einer Billion Dollar – ein Rekord, den das Unternehmen seit 2022 nicht mehr erreicht hatte.
Mit einem Plus von über acht Prozent allein am Freitag schoss der Tesla-Kurs auf 321,22 Dollar in die Höhe. Für CEO Elon Musk, der als prominenter Trump-Unterstützer bekannt ist, ist das ein persönlicher Triumph, und auch für die Tesla-Aktionäre dürfte dieser Höhenflug Grund zur Freude sein.
Musks Milliarden wachsen: Mit dem jüngsten Börsenaufschwung überstieg das Vermögen des Tesla-Chefs nach Berechnungen des Magazins Forbes die 300-Milliarden-Dollar-Marke.
Musk, der als reichster Mensch der Welt gilt, hält einen Großteil seines Vermögens in Tesla-Aktien – und deren Erfolg hängt derzeit eng mit den politischen Aussichten zusammen.
Politischer Rückenwind für Musk und Tesla
Elon Musk hat in Trump einen lautstarken Unterstützer gefunden. Sollte Trump an den Staatsschrauben drehen, steht im Raum, dass Musk bei der Verwaltung oder sogar Reduzierung der US-Regierungsausgaben eine Rolle spielen könnte.
Beobachter sehen hier nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ideologische Nähe – Musk und Trump teilen die Überzeugung, dass die Wirtschaft weniger Regulierungen und weniger Staatseinfluss braucht.
„Musk hat hier offenbar einen Verbündeten in seiner Vision einer freien Marktwirtschaft“, analysiert Finanzexperte James Fulton von der New Yorker Investmentfirma Hudson & Co. Er sieht eine direkte Korrelation zwischen dem politischen Geschehen und Teslas Kursentwicklung.
Dämpfende Faktoren: Ölförderung und Elektroautobranche
Allerdings bleibt der Sektorausblick gemischt. Trumps Energiepolitik könnte der gesamten Elektroautoindustrie schaden. Eine verstärkte Förderung fossiler Energieträger könnte die Elektromobilität schwächen und Investitionen in erneuerbare Technologien ausbremsen.
Analysten wie Dan Ives von Wedbush Securities gehen dennoch davon aus, dass Tesla in einer eigenen Liga spielt und von diesen Entwicklungen weniger betroffen sein wird als andere Anbieter.
„Tesla hat sich als Innovationsführer etabliert und spricht eine Kundengruppe an, die bewusst auf Elektromobilität setzt“, so Ives.
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Nachfrageflaute und die Realität der Tesla-Zahlen
Doch es gibt noch eine weitere Herausforderung: die abkühlende Nachfrage nach Elektroautos. Der US-Markt ist zunehmend gesättigt, und viele Interessenten scheinen den Kauf von E-Fahrzeugen zu verschieben.
Tesla hatte bereits vor Trumps Sieg mit einer schwächeren Nachfrage zu kämpfen, und dieser Trend könnte sich nun weiter verschärfen. Ob das Unternehmen den Schwung durch Trumps Wahlsieg langfristig halten kann, bleibt abzuwarten.
Eine Billion Dollar: Nur ein Zwischenhoch?
Experten sind sich einig, dass der Billionenwert ein symbolischer Erfolg ist, der jedoch kein stabiles Fundament garantiert. „Tesla wird die Dynamik halten müssen, um langfristig von den positiven Erwartungen zu profitieren“, warnt Mark Goldberg, Marktanalyst bei der Boston Consulting Group.
Tesla steht vor einem Balanceakt – einerseits will man Marktanteile ausbauen, andererseits die Produktionskosten angesichts der globalen Lieferkettenprobleme in den Griff bekommen.