31. März, 2025

Wirtschaft

SAF-Holland setzt auf kräftiges Wachstum: Ziele für 2030 enthüllt

SAF-Holland setzt auf kräftiges Wachstum: Ziele für 2030 enthüllt

Der Nutzfahrzeugzulieferer SAF-Holland verfolgt ambitionierte Pläne für die kommenden Jahre. Bis 2030 strebt das SDax-Unternehmen an, seinen Umsatz im Vergleich zu 2024 um über die Hälfte auf mehr als drei Milliarden Euro zu steigern. Dies würde einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa acht Prozent entsprechen. Einen entscheidenden Anteil an diesem Wachstum sollen Zukäufe haben, die mindestens 500 Millionen Euro zum Umsatzplus beisteuern sollen. Trotz vergangener Kursgewinne sank die Aktie von SAF-Holland am Freitag um rund 1,5 Prozent. Im Hinblick auf die Gewinnmarge strebt der Vorstand eine um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern von 10 bis 12 Prozent für 2030 an. Für das Jahr 2025 erwartet das Unternehmen unter konstanten Wechselkursbedingungen einen Umsatz zwischen 1,85 und zwei Milliarden Euro mit einer operativen Marge von 9 bis 10 Prozent. Der Erlös hatte im vorhergehenden Jahr um mehr als zehn Prozent auf etwa 1,9 Milliarden Euro abgenommen, wobei die bereinigte operative Marge bei 10,1 Prozent lag. Ein Händler bezeichnete die Bekanntgabe der neuen Mittelfristziele als positiv, äußerte jedoch Skepsis hinsichtlich der Verlässlichkeit eines so langfristigen Ausblicks. Analyst Fabio Hölscher von Warburg sieht dagegen in dem ehrgeizigen Margenziel eine positive Überraschung, da SAF-Holland damit zur Konkurrenz Jost Werke aufschließt, die ähnliche Margen anstrebt. Im Großen und Ganzen erschienen die Ziele für Hölscher realisierbar. Neben dem traditionellen Geschäft mit Trailern und Lkw entdeckt SAF-Holland weiteres Wachstumspotenzial in angrenzenden Bereichen wie Land-, Bergbau- und Baumaschinen. Das Unternehmen plant, bestehende Produkte für neue Anwendungsgebiete zu adaptieren und hat bereits im Spätjahr 2024 damit begonnen, Scheibenbremsen des 2022 übernommenen Schwedischen Bremsenspezialisten Haldex an einen Lkw-Hersteller zu liefern. Das Ersatzteilgeschäft soll ferner durch digitale Lösungen gestärkt werden. Um das angestrebte Wachstum zu realisieren, plant SAF-Holland einen kontinuierlichen Anstieg des freien Barmittelzuflusses, um die Verschuldung zu reduzieren und zukünftige Akquisitionen zu ermöglichen. Zudem beabsichtigt der Vorstand, den SDax-Konzern effizienter zu gestalten, wobei der Fokus auf den Lieferketten liegt. Währenddessen hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Auto-Zölle zu erheben, für Unsicherheit in der Branche gesorgt. Ab dem 3. April sollen 25 Prozent Zusatzabgaben auf Autoimporte in die USA erhoben werden. Analyst Michael Aspinall von Jefferies Research stellte jedoch fest, dass die Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge zunächst nicht von den neuen Abgaben betroffen sein dürften.