05. April, 2025

Politik

Russlands zielgenauer Angriff auf zivile Einrichtungen – Kiew verlangt Konsequenzen

Nach einem massiven Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Krywyj Rih, bei dem zahlreiche Zivilisten getötet und verletzt wurden, erhebt die ukrainische Regierung ernste Anschuldigungen gegen Russland. Die ukrainischen Behörden beschuldigen die russischen Streitkräfte, gezielt gegen die Zivilbevölkerung zu agieren. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden nicht nur Krywyj Rih, sondern auch die Stadt Charkiw und ein Kraftwerk in der Region Cherson trotz eines internationalen Abkommens zum Schutz ziviler Infrastrukturen angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte in seiner abendlichen Videobotschaft die militärischen Aktionen Russlands und betonte, dass alle Versprechungen aus Moskau letztlich in erneuten Angriffen münden.

Insbesondere der Angriff auf die Industriemetropole Krywyj Rih, die etwa 70 Kilometer von der Frontlinie entfernt ist, lässt das Entsetzen über das Ausmaß der Gewalt wachsen. Nach Angaben der lokalen Behörden führte eine Rakete, die ein Wohngebiet traf, zum Tod von 18 Menschen, darunter neun Kinder. Umfangreiche Schäden wurden an zahlreichen Gebäuden registriert. Präsident Selenskyj zeigte sich tief betroffen und stellte klar, dass solche Angriffe keinesfalls zu einer Feuerpause führen würden. Die internationale Gemeinschaft, vor allem die Vereinigten Staaten und Europa, werden aufgefordert, den Druck auf Russland zu verstärken, um den Konflikt zu beenden.

Die russische Regierung hat den Angriff als präzise militärische Aktion gegen ein Restaurant beschrieben, das angeblich von ukrainischen und ausländischen Militärs genutzt wurde, und gab an, 85 Verluste auf ukrainischer Seite verursacht zu haben. Über zivile Opfer schweigt Moskau jedoch. Der ukrainische Generalstab hat diese Darstellung als Propaganda zurückgewiesen und betont, dass das bombardierte Gebiet ausschließlich zivilen Charakter hatte. Präsident Selenskyj hob hervor, dass der Drohnenangriff auf Charkiw ein weiteres Beispiel für gezielte Angriffe auf Energieanlagen darstellt und damit weit entfernt von einem Zufall ist. Ein zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin vermitteltes Moratorium wurde in der Vergangenheit immer wieder gebrochen.

Während die russische Stadt Tschapajewsk Berichte über ukrainische Drohnenangriffe verbreitete, die lediglich Brände verursachten, jedoch keine Verletzten zur Folge hatten, verhandelt die Ukraine mit Frankreich und Großbritannien über eine mögliche Stationierung von Schutztruppen. Kiew sieht positive Entwicklungen hinsichtlich europäischer Sicherheitsgarantien, obwohl diese Fortschritte bei den russischen Führungskräften auf Skepsis stoßen. Dennoch zeigen sich erste positive Ansätze seitens des Kreml-Sondergesandten Dmitrijew, der erklärte, die Sicherheitsbedürfnisse der Ukraine ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Die Vereinigten Staaten, vertreten durch Außenminister Marco Rubio, bleiben jedoch skeptisch und fordern konkrete Fortschritte seitens Russland in naher Zukunft. Unterdessen besteht Präsident Trump auf seiner bisherigen Position, jedoch könnte eine Neubewertung der Lage erforderlich werden, wenn Moskau keine Bereitschaft zur konstruktiven Friedensbereitschaft zeigt.