In der vergangenen Woche hat die überwältigende Begeisterung für eine potenzielle Übernahme des renommierten Verpackungsspezialisten Gerresheimer einen abrupten Dämpfer erfahren. Die Geschehnisse führten zu einem dramatischen Rückgang des Aktienkurses. Am Freitag verzeichneten die Aktien des Unternehmens einen Kurssturz um 14 Prozent und schlossen zum Handelsschluss bei einem niedrigen Stand von 55,20 Euro im MDax. Dieser Abwärtstrend hat die Gewinne, die seit Februar verzeichnet wurden, vollständig dahin schmelzen lassen, insbesondere da vermehrte Spekulationen über eine mögliche Übernahme im Umlauf waren.
Der nun erreichte Kurs stellt zudem das niedrigste Niveau dar, das seit Oktober 2022 beobachtet wurde. Der signifikante Kursverfall ist hauptsächlich auf den Rückzug von KKR, einem bedeutenden Finanzinvestor, aus dem ursprünglich in Kooperation mit Warburg Pincus gebildeten Konsortium zurückzuführen, wie Bloomberg berichtete. Schon im März wurden aufgrund der Aussicht auf den Rückzug weiterer potenzieller Käufer erste skeptische Stimmen laut. Diese Bedenken wurden durch Analysten von Keybanc weiter verstärkt, die die bestehenden Herausforderungen eines möglichen Übernahmeangebots hervorhoben.
Infolge dieser Entwicklungen hat die DZ Bank reagiert und Gerresheimer von ihrer 'Equity Long Ideas'-Liste gestrichen, auf der vielversprechende Investitionsmöglichkeiten präsentiert werden. Der Verpackungsspezialist war ursprünglich im Februar aufgenommen worden, nachdem Übernahmehoffnungen aufgekeimt waren. Analyst Sven Kürten erläuterte in diesem Kontext, dass der Rückzug der Finanzinvestoren die Chancen auf eine lukrative Übernahmetransaktion erheblich schmälere.
Experten von Kepler Cheuvreux zeigten sich ebenso unzufrieden und ersetzten Gerresheimer auf ihrer deutschen 'Top Picks'-Liste durch den Halbleiterhersteller Infineon. Zuvor stand ein möglicher Gebotspreis von 90 Euro je Aktie im Raum, der nun jedoch als unerreichbar gilt. Dies scheint noch deutlicher im Vergleich zu den historischen Höchstständen von 120 Euro, die im Jahr 2023 erzielt worden waren.
Ein erfahrener Börsenanalyst merkte an, dass die Zukunftsaussichten von Gerresheimer mit der verringerten Anziehungskraft für Finanzinvestoren trüber erschienen, als ursprünglich angenommen. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer; Warburg Pincus zeigt weiterhin Interesse und setzt die Gespräche fort. Ob diese Entwicklungen jedoch zu einer erneuten Aufhellung der Übernahme- und Kursaussichten führen werden, bleibt abzuwarten.