Die Aktien des renommierten Automobilzulieferers Continental gerieten am Mittwoch stark unter Verkaufsdruck, nachdem das Unternehmen eine Warnung bezüglich der schwierigen Geschäftsentwicklung im ersten Quartal herausgegeben hatte. Die Wertpapiere verzeichneten am Vormittag einen Verlust von 1,7 Prozent und wurden bei 64,28 Euro gehandelt. Damit zählten sie zu den schwächsten Positionen im DAX, der seinerseits um etwa 0,9 Prozent zurückging. Für das laufende Jahr ergibt sich für Continental damit eine negative Performance von einem Prozent.
In einem sogenannten "pre-close call" für Analysten, als letzte informelle Stellungnahme vor der Veröffentlichung des Quartalsberichts Anfang Mai, deutete Continental auf die derzeit anspruchsvollen Rahmenbedingungen in der Automobilbranche hin. Insbesondere die Fahrzeugproduktion in Europa und Nordamerika blieb in den ersten drei Monaten des Jahres hinter den Vorjahreszahlen zurück. Zugleich schwächte sich auch die Nachfrage nach Erstausstattungsreifen weiter ab, was zusätzliche Herausforderungen für den Konzern darstellt.
Erstaunlicherweise fiel die Einschätzung der Analysten trotz dieser negativen Kursentwicklung nicht durchweg pessimistisch aus. Harry Martin, Experte bei Bernstein, bemerkte, dass die schlimmsten Befürchtungen im ersten Quartal nicht eingetreten seien. Durch unternehmensinterne Einsparungen und strategische Preisverhandlungen könnte die Automotive-Sparte von Continental die Verluste teilweise kompensieren, auch wenn die rückläufigen Umsatzzahlen diese positiven Effekte überlagern.
Ein wesentlicher Bestandteil der zukünftigen Unternehmensstrategie ist der geplante Konzernumbau, im Zuge dessen Continental beabsichtigt, die Autozuliefersparte in ein eigenständiges Unternehmen auszugliedern und an die Börse zu bringen. Die Hauptversammlung ist für den 25. April angesetzt, um über diesen strategischen Schritt zu entscheiden, mit einem möglichen Börsengang im September. Im verbleibenden Konzern sollen hauptsächlich das Reifengeschäft und Teile der Kunststofftechnik-Sparte Contitech weitergeführt werden.
Zusätzlich verschärfte Continental den Sparkurs besonders im umsatzstärksten Segment, dem Autozuliefergeschäft. Dies beinhaltet die strategische Entscheidung, über 10.000 Stellen abzubauen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern und Wachstumspotenziale zu fördern. Diese Maßnahmen unterstreichen die Ernsthaftigkeit, mit der Continental die gegenwärtigen Herausforderungen der Automobilbranche adressiert.