27. Februar, 2025

Wirtschaft

Rewe und Co. im Visier der Verbraucherschützer: Preistransparenz auf dem Prüfstand

Rewe und Co. im Visier der Verbraucherschützer: Preistransparenz auf dem Prüfstand

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat aufgrund von Rabatt-Werbung in der Rewe-App juristische Schritte gegen die namhafte Supermarktkette eingeleitet. Wie von der Leiterin der Stabsstelle Recht, Gabriele Bernhardt, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bekanntgegeben wurde, hat man sich an das Landgericht Köln gewandt, um Rewe auf den Prüfstand zu stellen. Konkret betrifft der Fall unter anderem die Bewerbung von Weintrauben und Sekt, bei denen Nutzer der Rewe-App für den Kauf bestimmter Produkte einen Bonus-Coupon erhalten können. Dieser soll bei zukünftigen Einkäufen eingelöst werden. Doch genau an dieser Präsentation stört sich die Verbraucherzentrale. Denn neben der Anzeige des Bonus als Eurobetrag fehlt der Preis des jeweiligen Produkts, das für den Coupon gekauft werden muss. Laut Bernhardt bleibt den Kunden damit eine entscheidende Information vorenthalten, die nötig ist, um eine informierte Kaufentscheidung zu treffen. Um den genauen Preis zu ermitteln, bleibt dem Verbraucher nur der Gang in den Supermarkt, was laut den Verbraucherschützern nicht akzeptabel ist. Rewe erhielt die Aufforderung, die bisherige Praxis einzustellen. In einer kurzen Stellungnahme äußerte sich das Unternehmen jedoch nicht zu dem laufenden Verfahren. Bereits zu Jahresbeginn nahm die Verbraucherzentrale den Kampf gegen die Discounter Lidl und Penny auf, bei denen ebenfalls in der Preisangabenverordnung Verstöße festgestellt wurden. Dort waren ausschließlich Preise für App-Nutzer in der Werbung vermerkt, während jene für normale Supermarktkunden, die auf eine App verzichten, außen vor gelassen wurden. Die Verbraucherschützer werfen den Unternehmen vor, wichtige Informationen bewusst zu verschweigen. Die Mechanismen hinter den Apps sind dabei kein Geheimnis: Kunden erhalten durch die Registrierung exklusive Vorteile, was von den Händlern als Instrument zur Kundenbindung und Datengewinnung genutzt wird. So können Angebote individueller gestaltet und das Kaufverhalten beeinflusst werden.