Das relatives Mehrheitswahlrecht ist ein Wahlsystem, das in einigen Ländern zur Bestimmung von gewählten Vertretern angewendet wird. Es zeichnet sich dadurch aus, dass der Kandidat mit der höchsten Anzahl an Stimmen gewinnt, solange er eine relative Mehrheit erzielt, also mehr Stimmen als alle anderen Kandidaten erhält. Im Gegensatz zum absoluten Mehrheitswahlrecht, bei dem der Gewinner eine absolute Mehrheit der Stimmen benötigt, ermöglicht das relatives Mehrheitswahlrecht die Wahl eines Vertreters mit einer relativen Mehrheit der Stimmen.
Die Anwendung des relatives Mehrheitswahlrechts kann zu verschiedenen politischen Auswirkungen führen. Einerseits kann es die Bildung von Koalitionen fördern, da verschiedene Parteien versuchen können, sich die Stimmen der Wähler zu sichern, indem sie gemeinsame Kandidaten unterstützen. Andererseits kann es zu einer Fragmentierung des politischen Spektrums führen, da kleinere Parteien möglicherweise nicht genügend Stimmen bekommen, um eine relative Mehrheit zu erzielen, aber dennoch eine signifikante Anzahl an Wählern repräsentieren.
Relatives Mehrheitswahlrecht wird in verschiedenen Ländern angewendet, darunter das Vereinigte Königreich, Kanada und die Vereinigten Staaten. In diesen Ländern wird das Mehrheitswahlrecht für die Wahl von Einzelvertretern in Wahlkreisen angewendet. In einigen Fällen kann es auch für die Wahl von Mehrheitsparteien in Parlamenten verwendet werden.
Aufgrund der potenziellen politischen Auswirkungen des relatives Mehrheitswahlrechts wird es von Befürwortern als effektive Methode zur Sicherstellung von politischer Stabilität und effektiver Regierungsführung angesehen. Kritiker argumentieren jedoch, dass es zu Ungerechtigkeiten führen kann, insbesondere wenn kleinere Parteien aufgrund des Wahlsystems nicht angemessen repräsentiert werden.