Das Ringen um die Zukunft der deutschen Finanzpolitik nimmt Fahrt auf. Im Zentrum der Debatte steht derzeit ein beachtliches Sondervermögen, für dessen Verabschiedung der zukünftige Kanzler eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag benötigt. Unterstützung müsste somit von den Reihen der SPD und Grünen kommen, die jedoch zögern. Es wird nicht nur auf das Thema der militärischen Aufrüstung, sondern auch auf dringend notwendige Investitionen in die Landesinfrastruktur verwiesen. Eine gestärkte Verkehrsinfrastruktur sei durchaus im Sinne der sogenannten "militärischen Mobilität", die wichtig für die NATO ist.
Diese Perspektive teilen auch Gewerkschaften sowie Umwelt- und Wohlfahrtsverbände, die eine Lockerung der Schuldenbremse einfordern. Nur so ließen sich Investitionen in Bereiche wie Wohnungsbau, Bildung und Klimaschutz realisieren. Das Interesse an der Modernisierung der Bundeswehr, und die damit verbundene enorme finanzielle Last, sei hier nicht auszublenden.
In dieser Hinsicht zeigt sich die politische Landschaft durchaus gespalten. Die Linke bleibt skeptisch gegenüber einer weiteren Militarisierung und lehnt diese bislang ab. Dennoch gehören Ausgaben in die Bundeswehr für andere politische Gruppierungen zum akzeptierten Kompromiss in einer schwierigen Finanzverteilung.