Die derzeitigen politischen Entwicklungen in Istanbul offenbaren die tiefsitzenden Machtstrukturen innerhalb der Türkei. Präsident Erdoğan hat institutionelle Veränderungen vorgenommen, die darauf abzielen, eine autokratisch geprägte Regierung zu etablieren. Hierzu zählen die Umgestaltung des Justizapparats und die Einschränkung von Medienfreiheiten, begleitet von bereinigten Sicherheitskräften in Armee und Polizei.
Unterstützt wird diese Politik implizit durch die Administration von Donald Trump, deren Haltung zu innertürkischen Angelegenheiten eine passive Gleichgültigkeit zum Ausdruck bringt. Diese Untätigkeit wird von der US-Regierung als Nichteinmischung definiert, was Erdoğan Handlungsspielräume eröffnet, die von einigen als gefährlich empfunden werden.
Das Phänomen des "Trumpismus", das in Europa kritisch betrachtet wird, erhält durch solche internationalen Dynamiken zusätzlichen Auftrieb. Es symbolisiert eine global anerkannte Herausforderung, die durch wachsende Zweifel an demokratischen Errungenschaften verstärkt wird. Daraus ergibt sich eine bedeutende Aufgabe für die internationale Gemeinschaft und die demokratischen Institutionen: Der nachhaltige Schutz der Demokratie auf globaler Ebene.