04. April, 2025

Börse

Palantir unter Druck: Warum die Aktie wankt – und was jetzt entscheidend ist

Regierungsaufträge beflügeln, Insiderverkäufe bremsen: Die Palantir-Aktie bleibt ein volatiles Investment. Anleger sollten jetzt vor allem auf zwei Kursmarken achten – und auf CEO Alex Karp.

Palantir unter Druck: Warum die Aktie wankt – und was jetzt entscheidend ist

Volatilität als Dauerzustand

Anfang Februar noch bei 125 Dollar, wenige Wochen später auf 78 gefallen, aktuell bei rund 82: Wer Palantir-Aktien hält, braucht starke Nerven. Das Papier des Datenanalyse-Spezialisten entwickelt sich zur Zitterpartie – mit kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen.

Was kurzfristig wie ein chaotisches Auf und Ab aussieht, folgt in Wahrheit einem klaren Muster: politischen Konjunkturen, Anlegerpsychologie – und einem CEO, der nicht nur das Unternehmen, sondern auch seine eigenen Aktien verkauft.

Quelle: Eulerpool

Der CEO verkauft – und der Markt reagiert

Einer der Hauptgründe für den jüngsten Kursrutsch war ein öffentlich gewordener Aktienverkauf von CEO Alex Karp. Rund zwei Milliarden US-Dollar will er im Laufe des Jahres veräußern. Das Vertrauen des Marktes bekam prompt einen Dämpfer – und die Aktie rutschte binnen Tagen zweistellig ab.

Quelle: Eulerpool

Zwar betont Palantir, dass der Verkauf Teil langfristiger Vergütungsprogramme sei. Doch in einem ohnehin nervösen Marktumfeld wirken solche Nachrichten wie ein Brandbeschleuniger. Wenn selbst der CEO verkauft – was wissen wir nicht?

Technische Marken: 80 Dollar wird zur Bewährungsprobe

Aktuell notiert die Aktie knapp über 82 US-Dollar – und damit gefährlich nah an der nächsten psychologisch und charttechnisch wichtigen Marke. Fällt Palantir unter 80 Dollar, könnten verstärkte Abgaben folgen. Die nächste echte Unterstützung liegt laut technischer Analyse erst bei 70 US-Dollar, gefolgt von einer weiteren bei 60.

Die 80-Dollar-Marke gilt als kritische Unterstützung. Ein Bruch nach unten könnte weitere Verkäufe auslösen – das nächste Halteniveau liegt erst bei 70 US-Dollar.

Diese Marken sind keine bloße Theorie: Die 80-Dollar-Zone hatte bereits Anfang März gehalten, damals kehrte der Kurs von dort aus fast auf 100 US-Dollar zurück. Kippt dieses Level jetzt, wäre das ein ernsthaftes Schwächesignal.

Der politische Rückenwind – wie tragfähig ist er?

Was bislang stützt, sind neue Aufträge aus dem Regierungsumfeld – insbesondere vom US-Verteidigungsministerium. Hier spielt Palantir seine alte Stärke aus: Hochspezialisierte Datenanalyse-Software für sicherheitsrelevante Anwendungen. Gerade in geopolitisch angespannten Zeiten bleibt das ein Wachstumsfeld.

Doch wie nachhaltig ist dieser Rückenwind? Die jüngsten Sparsignale aus dem Pentagon deuten zumindest an, dass auch dort die Budgets nicht unbegrenzt wachsen. Und: Palantir bleibt stark abhängig vom öffentlichen Sektor – ein Klumpenrisiko, das sich bei jeder Veränderung der politischen Großwetterlage sofort im Kurs niederschlagen kann.

Tech-Aktien unter generellem Abgabedruck

Hinzu kommt: Palantir ist nicht allein. Tech-Werte insgesamt stehen unter Druck. Inflationssorgen, Rezessionsängste und die Furcht vor einem neuen Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgen dafür, dass viele institutionelle Investoren Tech-Titel derzeit eher meiden oder zumindest Gewinne mitnehmen.

Zwar ist Palantir mit seinem Plattformmodell kein klassischer Big Tech Player wie Alphabet oder Amazon. Doch an der Börse zählt oft die Branche mehr als das Geschäftsmodell. Und die Branche ist aktuell in der Defensive.

Fundamentaler Ausblick: Viel Fantasie, wenig Stabilität

Langfristig bleibt die Story rund um Palantir spannend. Das Unternehmen arbeitet an der Schnittstelle von KI, Sicherheit und Big Data – ein Bereich, der in den kommenden Jahren eher wachsen als schrumpfen dürfte. Auch Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch, was die Perspektive auf Sicht von fünf bis zehn Jahren angeht.

Kurzfristig aber überwiegt die Unsicherheit. Weder die Insiderverkäufe noch die marktweite Skepsis gegenüber Tech-Werten sind bereits verarbeitet. Wer einsteigt, muss das aushalten können – oder sollte konsequent auf technische Marken achten.