Macrons riskanter Balanceakt
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in Washington ein diplomatisches Wagnis unternommen: Er sichert US-Präsident Donald Trump zu, dass Europa künftig die Hauptlast der Friedenssicherung in der Ukraine übernehmen wird – ein Versprechen mit unklaren Konsequenzen. Während Macron europäische Friedenstruppen in Aussicht stellt, bleibt Trumps Zusage für deren Schutz vage.
Europa übernimmt – doch kann es sich das leisten?
Macrons Vorschlag sieht vor, dass europäische Truppen nicht an der Front kämpfen, sondern die Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand stabilisieren.
Doch die entscheidende Frage bleibt: Sind die EU-Staaten militärisch und finanziell überhaupt in der Lage, diese Aufgabe ohne den Schutz der USA zu übernehmen?
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Trump bleibt Trump – und hält sich alle Türen offen
Während Macron den Schulterschluss mit den USA suchte, machte Trump deutlich, dass er sich nicht langfristig festlegen will. Er ließ offen, inwieweit sich die USA in eine europäische Friedensmission einbinden lassen – und sprach stattdessen über ein baldiges Treffen mit Wladimir Putin.
Wunschdenken oder neue Realität?
Seit Jahren fordern Politiker eine strategische Autonomie Europas in der Verteidigungspolitik. Doch das jüngste Treffen in Washington zeigt: Ohne klare US-Garantien bleibt der EU-Plan eine riskante Wette – mit ungewissem Ausgang für die Ukraine.
Klartext in Zahlen: Wer trägt wirklich die Ukraine-Kosten?
Trump behauptete, die USA hätten 350 Milliarden Euro für die Ukraine ausgegeben, während Europa sich mit 100 Milliarden begnügt habe. Macron korrigierte ihn vor laufenden Kameras: Die EU-Staaten hätten bereits 60 Prozent der Hilfe geleistet. Doch was bleibt, ist ein Grundproblem – Europa zahlt, aber Trump bestimmt die Regeln.
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