04. April, 2025

Wirtschaft

Neues Schufa-Score-System verspricht erhöhte Transparenz

Die Debatte über die Rolle der Schufa in der Bonitätsbewertung von Verbrauchern in Deutschland ist derzeit von besonderer Bedeutung. Als zentrale Institution im Bereich der Kreditbewertung beeinflusst die Schufa maßgeblich die Kreditvergabepraxis, die Genehmigung von Mobilfunkverträgen sowie die Finanzierung von Automobilen. Durch die Analyse umfangreicher Datensätze ermittelt die Schufa die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person ihren finanziellen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachkommt.

Ein wesentlicher Kritikpunkt gegenüber der Schufa ist die mangelnde Transparenz ihres Bewertungsverfahrens, das von vielen als „Blackbox“ wahrgenommen wird. Tanja Birkholz, die seit Juli 2020 die Position der Schufa-Chefin innehat, hat sich das Ziel gesetzt, diese Intransparenz zu beseitigen. Noch im Laufe dieses Jahres plant sie die Einführung eines neuen, klarer nachvollziehbaren Scores. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Verbraucher besser zu informieren und das Verständnis für das Bewertungssystem zu erleichtern.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Bonitätsscores der Schufa nicht das einzige Instrument zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit darstellen. Weitere Anbieter wie Creditreform und Crif offerieren ähnliche Dienstleistungen. Berechtigte Institutionen, darunter Banken oder Vermieter, führen diese Score-Abfragen durch und treffen auf Basis der erhaltenen Informationen unabhängige finanzielle Entscheidungen.

Trotz der Tatsache, dass die Schufa selbst keine endgültigen Kreditentscheidungen trifft, ist sie ein unverzichtbarer Informationslieferant für Unternehmen, die ihre Vertragsbedingungen auf Grundlage dieser Daten gestalten. Insbesondere Banken kombinieren Schufa-Informationen mit Daten zu Einkommen und Vermögen, um fundierte Kreditentscheidungen zu treffen.

Die Gründung der „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ im Jahr 1927 markiert den Beginn der Erfassung von Informationen zur Kreditwürdigkeit in Deutschland. Derzeit verfügt die Schufa über Daten zu rund 68 Millionen Personen im Land. Laut eigenen Angaben sind über 90 Prozent dieser erfassten Daten positiv. Im Durchschnitt verarbeitet die Schufa täglich 320.000 Anfragen von Unternehmen, was ihre zentrale Rolle im deutschen Finanzsystem unterstreicht.

Eine wesentliche Neuerung im Zuge der geplanten Score-Überarbeitung beinhaltet die Verbesserung des Zugangs zu persönlichen Bonitätsinformationen. Ein innovatives Datencockpit soll es Verbrauchern künftig ermöglichen, ihren Score in Echtzeit zu simulieren. Somit können sie die möglichen Auswirkungen von finanziellen Entscheidungen, wie etwa die Aufnahme eines neuen Kredits oder die Schließung eines Kontos, auf ihre Bonitätsbewertung nachvollziehen. Diese Entwicklung repräsentiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer verstärkten Transparenz und Nutzerfreundlichkeit im Umgang mit Bonitätsinformationen.