Die Europäische Wirtschaft kämpft mit Herausforderungen: Geopolitische Spannungen, drohende US-Zölle und ein intensiver technologischer Wettbewerb setzen der Wettbewerbsfähigkeit zu. Auch interne Vorgaben, darunter strenge Nachhaltigkeitsberichtspflichten, stehen in der Kritik. Angesichts dessen plant die EU-Kommission Neuerungen, um wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln.
Im Zentrum ihrer Bemühungen steht der 'Clean Industrial Deal', das am Mittwoch präsentierte Maßnahmenpaket zielt darauf ab, Bereiche von kritischen Rohstoffen bis hin zur internationalen Zusammenarbeit zu verbessern. Teil der Initiative ist ein Aktionsplan zur Reduzierung der Energiekosten. Gleichzeitig sollen bestehende Gesetze verschlankt werden, was insbesondere bei SPD und Grünen Besorgnis auslöst.
Priorität hat laut dem Entwurf die Förderung grüner Technologien. So strebt die Kommission an, dass bis 2026 etwa 40 Prozent der EU-Produktion auf klimafreundliche Technologien entfallen. Ebenso wird die Überarbeitung der öffentlichen Auftragsvergabe vorbereitet, um europäischen Unternehmen bessere Chancen zu verschaffen.
Die Kosten für Energie belasten die Industrien schwer. Ein Aktionsplan soll diesem Problem mit einfacheren Wettbewerbsregeln und reduzierten Stromsteuern begegnen. Gleichzeitig steht die Entlastung der Unternehmen im Fokus, unter anderem durch gelockerte Berichterstattungspflichten und eine Überprüfung des EU-Lieferkettengesetzes. Doch hier regt sich Widerstand: Vertreter der Grünen und SPD warnen vor einer potenziellen Verwässerung der Gesetzgebung.
Dreistellige Milliardenbeträge sollen für die grüne Transformation mobilisiert werden, sowohl aus öffentlichen als auch privaten Quellen. Ziel ist die Verringerung der Rohstoffabhängigkeit, unter anderem durch Recyclingstrategien, wodurch bis 2030 mindestens 25 Prozent der strategischen Rohstoffe aus Wiederverwertung stammen sollen.
Trotz der verschiedenen Maßnahmen bleiben die EU-Klimaziele unverändert: Die Staatengemeinschaft soll bis 2050 klimaneutral werden, mit einem Zwischenziel von 90 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2040.
Der Weg zu den geplanten Vereinfachungen ist jedoch ungewiss, denn erforderliche Gesetzesänderungen bedürfen der Zustimmung des Europaparlaments. Während sich die Meinungen über die Dringlichkeit und Vorgehensweise spalten, ermutigt die CDU/CSU-Fraktion zu rascher Bürokratieverringerung, während die FDP einen unflexiblen Kurs der Sozialdemokraten kritisiert.