04. April, 2025

Politik

Netanjahu zwischen militärischer Intervention und diplomatischen Bemühungen: Israels Operationen im Gazastreifen und bedeutsamer Ungarn-Besuch

Das israelische Militär intensiviert seine militärische Präsenz im Gazastreifen, ein bedeutender strategischer Schritt, der von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu persönlich hervorgehoben wurde. Kurz vor seiner geplanten diplomatischen Reise nach Ungarn verkündete Netanjahu eine umfassende militärische Offensive. Die israelischen Streitkräfte verlagern ihre Operationen in Richtung eines strategisch wichtigen Korridors zwischen Rafah und Chan Junis, um die sogenannte Morag-Route zurückzuerobern – ein Gebiet, das im Jahr 2005 geräumt wurde. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, dass bald weite Teile des Gazastreifens unter israelische Kontrolle gebracht werden sollen, um als "Sicherheitszonen" zu dienen.

Berichten der "Jerusalem Post" zufolge hat die israelische Armee bereits nahezu ein Drittel des Gazastreifens unter ihrer Kontrolle. Diese Entwicklungen zielen darauf ab, den Druck auf die Hamas zu verstärken, was eine Freilassung der von ihr festgehaltenen Geiseln erzwingen soll, wie Generalstabschef Ejal Zamir betonte. In der Stadt Beit Lahia demonstrierten Hunderte gegen die Herrschaft der Hamas sowie die anhaltenden Konflikte und forderten deren Rückzug.

Palästinensische Quellen berichteten von zahlreichen Opfern infolge der israelischen Militäroperationen, was zu unterschiedlichen Berichterstattungen über die Anzahl der zivilen und militärischen Verluste führte. Die ohnehin angespannte Lage im Gazastreifen eskalierte weiter, als ein UNRWA-Komplex bei einem Luftangriff getroffen wurde, der zahlreiche Opfer forderte. Während die israelische Armee erklärte, ein zentrales Terrorzentrum der Hamas angegriffen zu haben, verurteilten internationale Beobachter die zivilen Opfer der Angriffe scharf.

Parallel dazu führte die israelische Luftwaffe auch Einsätze in Syrien durch und griff gezielt militärische Infrastruktur an. Die jüngsten Raketenangriffe resultierten in mehreren Toten und Verletzten. Ziele waren unter anderem der Militärflughafen in Hama sowie andere strategisch bedeutende Orte.

Trotz der wachsenden internationalen Spannungen plant Ministerpräsident Netanjahu, seine Reise nach Ungarn fortzusetzen, um in Budapest politische Verbündete zu treffen. Diese diplomatische Mission erweist sich als besonders delikat, da gegen Netanjahu ein internationaler Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs besteht. Der ungarische Premierminister Viktor Orban, bekannt für seine rechtsgerichtete Politik und Kritik gegenüber der Europäischen Union, hatte die Einladung unmittelbar nach Bekanntwerden des Haftbefehls ausgesprochen. Diese Initiative Orban's könnte als eine symbolische Geste der Unterstützung für Netanjahu angesehen werden.