Der norwegische Wasserstoffspezialist NEL ASA hat seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2024 vorgelegt. Zwar konnte das Unternehmen seinen Verlust im Vergleich zum Vorjahr reduzieren, doch die Umsatzzahlen blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Während CEO Håkon Volldal sich optimistisch zeigt, bleibt die wirtschaftliche Lage für den Wasserstoffsektor herausfordernd.
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Finanzzahlen: Weniger Verluste, aber enttäuschender Umsatz
NEL ASA erzielte im vierten Quartal 2024 ein Ergebnis je Aktie von -0,04 NOK, besser als die von Analysten erwarteten -0,047 NOK und eine Verbesserung gegenüber den -0,06 NOK des Vorjahresquartals. Das EBITDA lag bei -36 Millionen NOK, was eine deutliche Reduzierung der Verluste im Vergleich zu -78 Millionen NOK im vierten Quartal 2023 darstellt.
Positiv entwickelte sich insbesondere die Alkaline-Division, die ein EBITDA von 19 Millionen NOK erwirtschaftete. Die PEM-Division hingegen verzeichnete mit -22 Millionen NOK weiterhin Verluste, wenngleich diese im Vorjahresquartal noch -39 Millionen NOK betrugen.
Umsatz bleibt unter den Erwartungen
Während Analysten mit einem Quartalsumsatz von 468,6 Millionen NOK gerechnet hatten, erwirtschaftete NEL nur 450,5 Millionen NOK. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch 500,7 Millionen NOK umgesetzt, bevor die Zahlen auf 437,2 Millionen NOK korrigiert wurden. Der Umsatz aus Verträgen mit Kunden blieb mit 416 Millionen NOK nahezu unverändert im Vergleich zu den 412 Millionen NOK des Vorjahres.
Trotz der verfehlten Umsatzprognosen zeigt sich CEO Volldal optimistisch. „Seit 2022 haben wir unsere Umsätze fast verdoppelt, die EBITDA-Verluste um 60 Prozent gesenkt und den Cash-Burn erheblich reduziert“, so Volldal in einer Unternehmensmitteilung.
Strategie für 2025: Investitionen halbieren, Marktposition stärken
Für das Geschäftsjahr 2025 plant NEL eine Senkung der Investitionen um 50 Prozent, ohne dabei technologische Innovationen zu vernachlässigen. Die Produktionskapazität sei bereits hoch, sodass das Unternehmen von vergangenen Investitionen profitieren könne. Zudem erwartet Volldal eine stärkere Auftragslage als in den Jahren 2023 und 2024.
„Ich bin überzeugt, dass NEL zu den führenden Elektrolyseur-OEMs gehören wird, basierend auf unseren bewährten Plattformen und der neuen Generation an Technologien“, betonte Volldal.
Aktienreaktion: Starke Volatilität nach Zahlen
An der Osloer Börse reagierte die NEL-Aktie zunächst mit einem Rückgang um 2,63 Prozent auf 2,22 NOK. Am Mittwoch jedoch legte sie um 8,11 Prozent auf 2,40 NOK zu. Anleger scheinen die Fortschritte bei der Rentabilität positiv zu bewerten, auch wenn der Wasserstoffsektor weiter mit Marktschwankungen zu kämpfen hat.
Ob NEL ASA mit seiner Sparstrategie den Umschwung schafft, bleibt abzuwarten. Die kommenden Quartale werden entscheidend dafür sein, ob das Unternehmen seine Marktposition in der wachsenden Wasserstoffindustrie langfristig sichern kann.
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