03. April, 2025

Wirtschaft

MediaForEurope plant strategische Expansion durch Übernahmeangebot für ProSiebenSat.1

MediaForEurope (MFE), ein prominenter italienischer Großaktionär und integraler Bestandteil des Medienimperiums von Berlusconi, hat ein strategisch bedeutendes Übernahmeangebot für den deutschen Medienkonzern ProSiebenSat.1 initiiert. Das Angebot zeichnet sich durch eine komplexe Struktur aus, die auf den aktuellen Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) basiert. Laut den gesetzlichen Bestimmungen muss das Mindestangebot bei 5,74 Euro pro Aktie liegen. Dennoch bietet MFE eine Barzahlung von 4,47 Euro an, ergänzt durch die Herausgabe von 0,4 neuen A-Aktien pro Aktie. Diese Kombination von Bargeld und Aktien ist in der Übernahmepraxis nicht unüblich.

Ein zentraler Aspekt des Übernahmeangebots ist der massive Kursanstieg der ProSiebenSat.1-Aktie in den letzten Monaten, der durch Gerüchte über ein potenzielles Interesse von MFE befeuert wurde. Dieser Aufwärtstrend spiegelt die Spekulationen des Marktes wider und könnte den Wert des Angebots beeinflussen. Analysten rechnen damit, dass die Struktur des Angebots einen potentiellen finanziellen Anreiz für die Aktionäre darstellt, obwohl der Baranteil unter dem theoretischen Mindestpreis liegt.

Daniel Kerven von der US-Bank JPMorgan äußerte sich verhalten zu der Frage, ob das Angebot auf breite Akzeptanz stoßen wird. Er wies darauf hin, dass es MFE durchaus gelingen könnte, die entscheidende Beteiligungsgrenze von 30 Prozent zu überschreiten. Kerven interpretiert diesen strategischen Move als mögliche „schleichende Kontrollübernahme“, ein Begriff, der auf die allmähliche und strategisch geplante Aneignung von Unternehmensanteilen hindeutet.

Bereits im März hatte MFE die Weichen für eine verstärkte Einflussnahme auf ProSiebenSat.1 gelegt, indem sie eine Vereinbarung mit einem bestehenden Großaktionär des deutschen Konzerns kommunizierten. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, nach Abschluss des Angebots eine Kontrolle von über 30 Prozent des Unternehmenskapitals zu gewährleisten. Diese Schwelle ist entscheidend, da sie rechtlich eine Verpflichtung zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots nach sich ziehen würde, was den Kurs der weiteren Unternehmensentwicklung maßgeblich beeinflussen könnte.