Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Freitag nach der Veröffentlichung von Preisdaten aus Deutschland und den USA erstaunlich unbeeindruckt. Der Dax verlor am Nachmittag leicht um 0,49 Prozent und schloss bei 22.439 Punkten. Dennoch zeichnet sich für die Woche ein erfreuliches Plus von 0,7 Prozent ab, während der Gesamtgewinn für den Februar bei beachtlichen 3,3 Prozent liegt.
Beim MDax der mittelgroßen Unternehmen musste hingegen ein Rückgang von 0,93 Prozent auf 28.294 Punkte hingenommen werden. Auch der EuroStoxx 50 verzeichnete ein Minus von rund 0,7 Prozent.
Ein großes Thema bleibt jedoch die kürzliche Einführung von Zöllen durch den US-Präsidenten gegen China, Kanada und Mexiko. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, betont, dass diese Maßnahmen eine gewichtige Überzeugung ins Wanken gebracht haben. Die Bedenken über die wirtschaftlichen Belastungen durch diese Zölle nehmen zu, während die Aussicht auf Handelsabkommen schwindet.
Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners, stellte klar, dass die europäischen Märkte trotz der weltweiten Verlustserie eine gewisse Stabilität aufweisen. Insbesondere Dax & Co bewähren sich als stabile Größe im internationalen Vergleich.
Am Nachmittag wurden sowohl die deutschen Verbraucherpreise als auch der PCE-Preisindex aus den USA publiziert. In Deutschland bleibt die Inflationsrate im Februar bei stabilen 2,3 Prozent. Diese Entwicklung wird vermutlich die Europäische Zentralbank dazu veranlassen, die Leitzinsen in naher Zukunft weiter zu senken, wie Ökonom Kater voraussagt. In den USA ist eine schnelle Druckentlastung der Preise nicht in Sicht, und manche Experten gleichen ihren Zinsschritt-Ausblick entsprechend an.
Besonders Chemie-Aktien erlebten vor dem Wochenende eine verstärkte Bewegung. BASF verbesserte sich nach anfänglichen Verlusten um 0,8 Prozent. Alzchem stieg beeindruckend um 5,4 Prozent, nachdem der Konzern nach einem erfolgreichen Jahr erneut starkes Wachstum beim Gewinn plant und die Dividende markant erhöhen möchte.
Die Allianz vermeldete für 2024 Rekordgewinne im Tagesgeschäft und plant nun den Rückkauf eigener Aktien im Umfang von bis zu zwei Milliarden Euro sowie eine Dividende von 15,40 Euro pro Aktie. Trotz eines schwächeren Ausblicks für 2025 sanken die Allianz-Aktien lediglich um 0,7 Prozent.