Der britische Luxushersteller Aston Martin steht erneut vor einer Herausforderung, seine Finanzen in den Griff zu bekommen. Angesichts eines Anstiegs des Nettoverlusts um 20 Prozent im vergangenen Jahr auf 289 Millionen Pfund und einer deutlichen Erhöhung der Nettoverschuldung auf über eine Milliarde Pfund plant der Konzern einen Stellenabbau von rund 170 Mitarbeitern, etwa 5 Prozent der Belegschaft, um Kosten zu sparen. Die Aktienkurse von Aston Martin reagierten prompt auf diese Nachrichten und verloren bis zum Mittag mehr als 13 Prozent ihres Wertes, notierten nur noch bei 95,35 Pence. Dies ist insbesondere enttäuschend für Anleger, die den Börsengang des Unternehmens 2018 mit einem Ausgabekurs von 1900 Pence miterlebt haben. Seitdem wurde der Marktwert durch mehrere Kapitalerhöhungen verwässert, und der aktuelle Börsenwert beläuft sich nun auf etwa 900 Millionen Pfund im Vergleich zu dem rivalisierenden Ferrari, dessen Wert auf rund 117 Milliarden Euro geschätzt wird. Ein aufschlussreicher Kommentar von Harry Martin, Analyst bei Bernstein Research, deutet darauf hin, dass Aston Martins Prognosen für Umsatz und Bruttomarge unter den Erwartungen lagen. Philippe Houchois vom Investmenthaus Jefferies merkte ferner an, dass Investoren auf das Managements-Statement zur Nachfrage nach neuen Modellen kühl reagierten. Aston Martin plant, 2025 profitable Ebit-Zahlen zu erreichen, wobei jedoch das ehemals angepeilte Ebitda-Ziel von rund 500 Millionen Euro nicht mehr thematisiert wird. Die Abschreibungen werden auf etwa 375 Millionen Euro geschätzt. Während der Absatz im letzten Jahr um 9 Prozent auf 6.030 Fahrzeuge fiel, ist der Umsatz leicht um 3 Prozent auf 1,58 Milliarden Pfund gesunken, aufgrund von Lieferkettenproblemen und einem schwachen Markt in China.
Wirtschaft
Luxusautobauer Aston Martin kämpft weiter mit schweren Zeiten
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