Aktuelle Geschehnisse auf globalen Handelsfronten und im Technologiesektor scheinen den Anleihemarkt bemerkenswert unbeeindruckt zu lassen. Der Fokus liegt dieser Tage auf der bevorstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), bei der erneut über eine mögliche Zinssenkung diskutiert werden soll. Trotz des Kurssturzes von Technologiegigant Nvidia und geplanten Zollanhebungen seitens der USA bleibt der Rentenmarkt besonnen, wie Experten übereinstimmend berichten.
US-Präsident Trump hat die Implementierung neuer Zölle gegen Kanada, Mexiko und China offiziell angekündigt, was die Märkte in Atem hält. Gleichzeitig stellen die rückläufigen Krypto-Werte und der Absturz von Nvidia die Nervosität am Technologiemarkt unter Beweis. Doch während die Aktien schwanken, erstrahlen Bundesanleihen in sicherem Licht. So sinken die Renditen deutscher zehnjähriger Anleihen auf 2,38 Prozent, während auch die US-Renditen eine Abwärtsbewegung aufweisen.
Die kommende Woche soll mit Spannung erwartet werden, insbesondere die EZB-Sitzung, bei der erneut über eine Reduzierung der Zinsen entschieden werden könnte. Ökonomen der Commerzbank und der DWS erwarten mit hoher Sicherheit eine Zinssenkung, während die Möglichkeit einer Pause weiterhin im Raum steht. Trotz der erwarteten sechsten Zinssenkung seitens der EZB scheint die Aussicht auf weitere schnelle Schritte zunehmend schwächer zu werden.
Anders sieht es auf dem Markt für Staatsanleihen in türkischen Lira aus, wo das Interesse ungebrochen bleibt. Gleichzeitig verursachte die Neuemission spanischer Anleihen lebhaften Handel – der neue Bond war rasch überzeichnet, was die Nachfrage unterstreicht.
Auch Unternehmensanleihen erfreuen sich weiter solider Nachfrage. Besonders Würth und Symrise Bonds stehen bei Investoren hoch im Kurs, während der Nordic Bond von Multitude ebenfalls gute Resonanz erfährt. Abo Energy bleibt trotz politischer Veränderungen ein gefragter Wert und US-Dollar-denominierte Anleihen, wie die von John Deere, wecken weiterhin Kaufinteresse.