In einem strategischen Schachzug trennt sich der deutsche Saatguthersteller KWS Saat von seinem weniger profitablen Maisgeschäft in Südamerika. Das argentinische Familienunternehmen GDM hat sich bereiterklärt, diese Sparte zu erwerben, wofür ein Betrag aus dem hohen dreistelligen Millionenbereich fließen soll. KWS Saat kündigte den Verkauf am Montagabend an und vermag somit durch den Deal mit dem Erlös einen Teil seiner Verschuldung abzubauen.
Investoren begrüßten die Neuigkeiten, was zu einem deutlichen Aufschwung der KWS-Aktie führte. Mit einem Anstieg um mehr als 9 Prozent übertraf der Wert des im SDax gelisteten Unternehmens deutlich das seit Februar dieses Jahres etablierte Tief von rund 47 Euro. Jene Phase ebbender Kurse resultierte aus der Präsentation schwacher Halbjahreszahlen und einer trüben Prognose für das Maissegment, in welchem man nun von einem Umsatzrückgang ausging.
Die Konsequenzen dieses Verkaufs für KWS Saat sind beträchtlich, denn er verspricht eine signifikante Aufbesserung der finanziellen Kennzahlen. Das Gros des Erlöses zielt darauf ab, bestehende Kredite zurückzuführen, was zukünftig merklich niedrigere Zinsbelastungen mit sich bringen und die Verschuldungskennziffern des Unternehmens positiv beeinflussen wird.
Im vergangenen Wirtschaftsjahr generierte die nun veräußerte Division einen Umsatz von ca. 320 Millionen Euro und bewies eine durchschnittliche operative Marge vor Zinsen und Steuern von etwa zehn Prozent. Diesem Geschäftsdeal gemäß wird KWS Saat seine Präsenz auf dem südamerikanischen Kontinent vermindern, wobei Geschäftsaktivitäten im Bereich Gemüse und Zuckerrüben sowie bestimmte Züchtungsprogramme weiterhin zum Konzern gehören. Darüber hinaus evaluiert KWS strategische Optionen für das Maisgeschäft in Nordamerika.
Die Durchführung des Geschäfts steht unter dem Vorbehalt üblicher behördlicher Genehmigungen und Bedingungen und soll voraussichtlich im Verlauf des zweiten Quartals 2024 abgeschlossen sein.