27. Februar, 2025

Wirtschaft

Kion trotzt schwierigen Marktlagen mit ambitionierter Prognose

Kion trotzt schwierigen Marktlagen mit ambitionierter Prognose

Der international agierende Gabelstaplerhersteller Kion hat angesichts des in jüngster Zeit angestiegenen Wettbewerbs die Erwartungen für den operativen Gewinn angepasst. Die Nachfrage nach kostengünstiger Lagertechnologie hat den Ausblick für 2025 getrübt, wobei das Management um Konzernchef Rob Smith das kommende Jahr als 'Brückenjahr' im Staplergeschäft ansieht. Analysten zeigten sich moderat überrascht und die Aktie verteuerte sich im frühen Handel deutlich. Dies führte zu einem raschen Anstieg der Kion-Papiere kurz nach Handelsbeginn um etwa sechs Prozent und platzierte sie an die Spitze des MDax.

Bereits vorher hatte Kion vorläufige Zahlen für das Jahr 2024 präsentiert und diese nun bestätigt. Für 2025 avisiert der Vorstand ein um Sonderfaktoren bereinigtes Ebit von 720 bis 870 Millionen Euro, was im günstigsten Szenario immer noch fünf Prozent weniger im Vergleich zu 2024 wäre. Die Prognosen der Analysten lagen im Schnitt bei 781 Millionen Euro und spiegeln ebenfalls einen erwarteten Gewinnrückgang wider. Der Umsatz soll 2025 zwischen 10,9 und 11,7 Milliarden Euro liegen, im Vergleich zu 11,5 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Jefferies-Analyst Lucas Ferhani hob hervor, dass die Prognosen für das operative Ergebnis und den freien Barmittelzufluss über den Erwartungen lagen, während die Dividende unter den Konsensschätzungen blieb. Im traditionellen Marktsegment mit Staplern und Lagertechnik belastet die Nachfrage nach preiswerteren Produkten Kion, was der Konkurrenz aus China zugutekommt. Auch das Aufholen im Bereich Automationstechnik und -software gestaltet sich trotz Verbesserungen in der Profitabilität herausfordernd.

Um der schwächelnden Nachfrage in Europa entgegenzuwirken, initiierte Kion im Februar ein umfassendes Sparprogramm. Damit soll bis 2027 in allen Geschäftsbereichen eine bereinigte operative Marge von über 10 Prozent erreicht werden. Zunächst wird das Sparprogramm den freien Barmittelfluss beeinträchtigen, der 2025 auf 400 bis 550 Millionen Euro sinken dürfte, im Vergleich zu 702 Millionen Euro im Vorjahr. Die Maßnahmen sollen 2026 vollständig greifen.

Im Jahr 2024 konnte Kion seinen Umsatz leicht auf 11,5 Milliarden Euro steigern und erzielte einen operativen Gewinn von 917 Millionen Euro, was einer bereinigten Ebit-Marge von 8,0 Prozent entspricht. Den Aktionären kam ein Nettogewinn von rund 360 Millionen Euro zugute, fast 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Dividende von 0,82 Euro je Aktie wird vorgeschlagen; 2023 lagen die Ausschüttungen bei 0,70 Euro.