Mit einer umstrittenen Reise nach Grönland sorgt US-Vizepräsident J.D. Vance für Furore. Im Zentrum steht der von Spannungen geprägte Besuch des US-Militärstützpunkts Pituffik, der weit abgelegen etwa 1.500 Kilometer nördlich der grönländischen Hauptstadt Nuuk liegt. Überraschung und Witz paaren sich – bei minus 18 Grad eröffnet Vance sein Treffen mit den dort stationierten US-Soldaten und bemerkt humorvoll die eisigen Temperaturen. Begleitet von seiner Frau Usha und einer hochrangigen US-Delegation, zu der auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater Mike Waltz und Energieminister Chris Wright zählen, verweilt Vance in der früher als Thule Air Base bekannten Einrichtung. Während offiziell die sicherheitspolitische Lage in der Arktis thematisiert wird, scheint inoffiziell eine neue verbale Konfrontation mit Europa, insbesondere Dänemark, unausweichlich. Unterdessen formiert sich in Grönland eine neue Regierungskoalition als breiter Zusammenschluss gegen die USA. Vor dem Vance-Besuch unterzeichneten vier der fünf Parlamentsparteien einen Vertrag, der als klares Zeichen des Zusammenhalts zu verstehen ist. Die Koalition, angeführt vom designierten liberalen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, erwartet noch die formelle Bestätigung durch das Parlament. Vance selbst meidet den direkten Kontakt zur grönländischen Bevölkerung, im Gegensatz zu Präsidentensohn Donald Trump Jr., der im Januar in Nuuk präsent war. Ursprünglich sollte Vances Frau allein die Insel bereisen, aber die Pläne wurden aufgrund der politischen Spannungen angepasst. So bleiben sie den geplanten Protesten gegen die USA fern und meiden Konfrontationen in den Städten. Diese Verschiebung hin zu einem "Heimspiel" auf dem US-Stützpunkt in Pituffik spiegelt den neuen Ansatz der Trump-Regierung wider, während Grönlands politische Spitzen ein geschlossenes Bild gegen die Besitzansprüche der USA vermitteln.
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Grönland-Konfrontation: Vizepräsident Vance provoziert mit heikler Reise
