05. April, 2025

Unternehmen

GRENKE trennt sich von Factoring

Der Finanzdienstleister GRENKE veräußert sein Factoringgeschäft an die Schweizer Teylor AG, um sich künftig vollständig auf das Leasinggeschäft zu konzentrieren.​

GRENKE trennt sich von Factoring
Die Teylor AG, bekannt für digitale KMU-Kredite, baut mit dem Deal ihre Marktstellung in Europa aus. GRENKE verabschiedet sich – nicht mit einem Knall, sondern in Etappen.

Der Leasinganbieter GRENKE hat einen bedeutenden Schritt in seiner Unternehmensstrategie vollzogen: Das Factoringgeschäft wird an die Schweizer Teylor AG verkauft.

Dieser Prozess erfolgt schrittweise und soll bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. Bereits im Frühjahr hatte das Management den Ausstieg aus dem Factoring angekündigt, einem Bereich, der den Ankauf von Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen umfasst.

Konzernchef Sebastian Hirsch betonte, dass GRENKE sich nun "voll auf den weiteren profitablen Ausbau unserer Marktführerschaft im internationalen Small-Ticket-Leasing konzentrieren" könne. ​

Diese Entscheidung markiert das Ende eines Kapitels, in dem GRENKE versuchte, Synergien zwischen Leasing und Factoring zu schaffen. Eine detaillierte Analyse zeigte jedoch, dass die erwarteten Synergien nicht realisiert wurden und das Factoringgeschäft nur mit erheblichen zusätzlichen Investitionen langfristig profitabel betrieben werden könnte.

Statt eine eigenständige Factoring-Strategie zu verfolgen, entschied sich GRENKE, Ressourcen und Investitionen auf die Digitalisierung und das Wachstum im Leasingbereich zu konzentrieren. ​

Parallel zu dieser strategischen Neuausrichtung verzeichnete GRENKE im ersten Quartal 2025 ein solides Wachstum im Neugeschäft. Der Umfang der Neuverträge stieg um 10,6 Prozent auf 740,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders erfreulich ist die Steigerung der Deckungsbeitragsmarge (DB2-Marge) auf 17,6 Prozent, nach 16,8 Prozent im Vorjahr, was auf eine erhöhte Profitabilität hindeutet.

Das Factoringgeschäft trug im ersten Quartal 2025 ein Neugeschäftsvolumen von 194,7 Millionen Euro bei, ein Rückgang gegenüber 212,9 Millionen Euro im Vorjahr. Dennoch erwartet GRENKE durch den Verkauf keine signifikanten Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung für 2025.

Mit dieser Fokussierung auf das Leasinggeschäft und der fortschreitenden Digitalisierung positioniert sich GRENKE strategisch für zukünftiges Wachstum.

Die Konzentration auf das Kerngeschäft und die Anpassung an Marktanforderungen könnten entscheidend sein, um die Marktführerschaft im Small-Ticket-Leasing weiter auszubauen.​

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