Es glänzt, fasziniert und bleibt seit Jahrtausenden die ultimative Absicherung gegen Krisen: Gold. Doch während Privatanleger dem Edelmetall oft als Inflationsschutz vertrauen, setzen nun auch Zentralbanken in beispiellosem Umfang auf den Kauf von Gold.
Seit drei Jahren steigen die staatlichen Goldreserven rasant an. Allein 2024 erwarben Notenbanken weltweit geschätzte 3.661 Tonnen Gold – ein historischer Rekord.
Die Gründe für diesen Kaufrausch liegen auf der Hand: Inflationsrisiken, geopolitische Spannungen und Zweifel an der Stabilität des Dollars und Euros treiben Staaten dazu, ihre Währungsreserven in Sachwerte umzuwandeln.
In einer aktuellen Umfrage des World Gold Council (WGC) gaben 69 Prozent der befragten Zentralbanken an, in den kommenden fünf Jahren weiter Goldreserven aufzustocken. Doch welche Länder haben bereits die größten Bestände?
Gold als Sicherheitsnetz der Weltwirtschaft
Goldreserven dienen Zentralbanken als Absicherung gegen Währungsturbulenzen und wirtschaftliche Krisen. Während Fiatgeldsysteme auf Vertrauen basieren, bietet Gold eine wertstabile Alternative – frei von politischer Einflussnahme oder Sanktionen. Besonders in geopolitischen Krisenzeiten zeigt sich, wie wertvoll Gold als Krisenschutz ist:
- Russland konnte sich nach westlichen Sanktionen 2022 auf hohe Goldreserven stützen
- China stockt massiv auf, um sich vor Dollar-Dominanz und möglichen US-Sanktionen zu schützen
- Europäische Staaten setzen Gold als Inflationsschutz ein
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Inzwischen spricht sogar die Weltbank davon, dass Notenbanken einen Goldanteil von bis zu 22 Prozent ihrer Währungsreserven halten sollten. Doch einige Länder sind bereits weit darüber hinaus.
Die 3 größten Goldreserven weltweit
Laut den jüngsten Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des WGC ergibt sich folgende Rangliste der Nationen mit den größten Goldvorräten
Platz 3: Italien – 2.451 Tonnen
Italiens Notenbank hält ähnlich viel Gold wie Frankreich, mit einem Anteil von 71 Prozent an den gesamten Reserven. Trotz hoher Staatsschulden bleibt das Edelmetall unangetastet.
Platz 2: Deutschland – 3.352 Tonnen
Die Bundesbank hält die zweitgrößten Goldreserven der Welt – ein Vermächtnis der Nachkriegszeit, als Westdeutschland durch Handelsüberschüsse riesige Mengen Gold anhäufte. Zwar lagern immer noch rund 50 Prozent der deutschen Bestände im Ausland (vor allem in den USA und Großbritannien), doch Rückholaktionen haben in den letzten Jahren für mehr nationale Kontrolle gesorgt.
Platz 1: USA – 8.133 Tonnen
Die USA sind mit Abstand der größte Goldbesitzer der Welt. Rund 75 Prozent ihrer gesamten Währungsreserven bestehen aus Gold. Der größte Teil wird in Fort Knox und der Federal Reserve Bank in New York gelagert.
Warum jetzt so viel Gold gekauft wird
Die steigende Goldnachfrage der Zentralbanken ist mehr als ein kurzfristiger Trend. Dahinter stehen wirtschaftliche und geopolitische Faktoren, die langfristige Auswirkungen haben könnten:
- Inflation und Währungsschwäche
Gold dient als Schutz gegen die steigende Inflation und das Risiko von Währungsabwertungen. Besonders in Schwellenländern mit schwachen Währungen wächst der Goldanteil in den Reserven. - Geopolitische Unsicherheiten
Der Krieg in der Ukraine, der Nahost-Konflikt und die wachsenden Spannungen zwischen China und den USA treiben die Nachfrage nach sicheren Vermögenswerten. - Vertrauensverlust in den US-Dollar
Immer mehr Länder diversifizieren ihre Reserven, um unabhängiger vom Dollar zu werden. Russland und China kaufen gezielt Gold, um Sanktionen zu umgehen und alternative Zahlungssysteme zu etablieren. - Gold als Gegengewicht zur Schuldenkrise
Viele hochverschuldete Länder nutzen Gold als Stabilitätsanker, da es nicht beliebig vermehrt werden kann. Besonders die USA und die EU stehen vor der Herausforderung, ihre Schulden langfristig in den Griff zu bekommen.
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