05. April, 2025

Märkte

Fortdauernder Handelskonflikt belastet Märkte: DAX und MDAX im Abwärtstrend

Die europäischen Aktienmärkte befinden sich weiterhin im Abwärtstrend, nachdem US-Präsident Donald Trump Pläne zur Einführung globaler Zölle angekündigt hat. Diese Ankündigung hat die Investoren verunsichert und führte zu einem negativen Beginn des Freitagshandels. Der DAX sank um 1,02 Prozent auf 21.497 Punkte, was bedeutet, dass der Index nahezu die Hälfte seiner bemerkenswerten Rallye seit Mitte Dezember eingebüßt hat.

Analysten der Commerzbank äußerten ihre Besorgnis darüber, dass Trumps unerwartet aggressive Zollpolitik die optimistischen Gewinnprognosen der DAX-Unternehmen gefährden könnte. Auch der MDAX verzeichnete Verluste und sank um 1,26 Prozent auf 26.536 Punkte. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, erlitt einen Rückgang von 1,1 Prozent. In den USA verlief der Handel ebenfalls turbulent, wobei der Dow Jones Industrial den tiefsten Stand seit September 2024 erreichte. Noch härter traf es die technologieintensiven Nasdaq-Indizes.

Die Märkte sind derzeit von einem Szenario der Angst vor einer deutlichen wirtschaftlichen Abkühlung geprägt, die weitreichender als die bisherigen Inflationsängste sein könnte, so die Anlagestrategen des Vermögensverwalters DWS. Der Dollar schwächte sich auf breiter Front, was darauf hindeutet, dass die USA in dieser Situation möglicherweise mehr Teil des Problems als der Lösung sind. Die für den Nachmittag erwarteten Arbeitsmarktdaten aus den USA könnten ebenfalls von der politischen Lage überschattet werden.

Laut Jochen Stanzl, Analyst bei CMC Markets, richten Investoren nun verstärkt ihren Blick auf die Arbeitsmarktkennzahlen, um Anhaltspunkte für eine mögliche Rezession zu finden. Auf dem deutschen Aktienmarkt verzeichneten Bankaktien weitere Einbußen, da das Umfeld sinkender Marktzinsen das Geschäft belastet. Die Deutsche Bank fiel um 6 Prozent ans Ende des DAX, während die Commerzbank um 4,85 Prozent nachgab.

Demgegenüber konnten sicherheitsorientierte Werte wie Beiersdorf profitieren und legten um 3,3 Prozent zu. Im Verpackungssektor hingegen zeigt sich eine unsichere Lage: Die geplante Übernahme von Gerresheimer steht auf instabilen Beinen, da der Finanzinvestor KKR sich aus dem Konsortium mit Warburg Pincus zurückgezogen hat, was zu einem Kurssturz der Gerresheimer-Aktie um mehr als 11 Prozent führte.

Unter den Favoriten des MDAX stach Redcare hervor, das nach der Veröffentlichung vorläufiger Quartalszahlen um 1,5 Prozent zulegte. Insbesondere der deutsche Markt steuerte mit einem starken Wachstum im Bereich der E-Rezepte zu den erfreulichen Zahlen der Online-Apotheke im ersten Quartal bei. Diese Entwicklungen unterstreichen die komplexe Dynamik an den europäischen Märkten, die weiterhin von außenpolitischen Unsicherheiten und wirtschaftlichen Ängsten beherrscht werden.