Der europäische Aktienmarkt hat am Mittwoch inmitten durchwachsener Vorgaben von der Wall Street eine positive Entwicklung genommen. Treibende Kraft waren unerwartet starke Geschäftszahlen großer Unternehmen sowie Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung in Deutschland durch die neue Bundesregierung. Der EuroStoxx 50 notierte zur Mittagszeit mit einem Zuwachs von 1,16 Prozent bei 5.511,23 Punkten. Auch jenseits der Eurozone waren Aufwärtstrends zu verzeichnen: Der Schweizer SMI stieg um 0,33 Prozent auf 12.068,04 Zähler, während der britische FTSE 100 ein Plus von 0,62 Prozent auf 8.722,71 Punkte verbuchte. Diese positive Dynamik hat die Aufmerksamkeit von Börsenexperten auf sich gezogen, die darauf hinweisen, dass die europäischen Märkte zunehmend eine unabhängige Entwicklung von der Wall Street zeigen. Die Marktbeobachter warnen jedoch vor einer möglichen Enttäuschung, sollte der Chip-Spezialist Nvidia lediglich solide statt überwältigende Ergebnisse präsentieren. Besonders stark zeigten sich die Versicherungstitel: Munich Re legte dank überzeugender Geschäftszahlen und attraktiver Dividendenpläne merklich zu, was auch den Kurs der Swiss Re um fast drei Prozent beflügelte. Ein echter Kursraketeneffekt war bei AB Inbev zu beobachten, deren Aktie um beeindruckende 7,2 Prozent stieg. Analysen von Goldman Sachs bescheinigen dem Brauereikonzern eine solide Entwicklung im vierten Quartal und Fortschritte bei der Schuldenreduktion. Im gleichen Sektor blieb Danone mit einem Anstieg von lediglich 0,9 Prozent hinter den Erwartungen. Trotz positiver Umsatzentwicklung zeigten sich Analysten von Jefferies mit dem Ausblick des Unternehmens weniger zufrieden. Anders der Automobilsektor, wo der Konzern Stellantis nach einem deutlichen Gewinneinbruch mit pessimistischen Aussichten für das kommende Jahr konfrontiert ist. Besonders problematisch war das Geschäft auf dem US-Markt, wodurch der Gewinn im Vorjahr stark zurückging. Auch der Mediensektor hatte mit Herausforderungen zu kämpfen: Wolters Kluwer enttäuschte mit Zielen für 2025, obwohl die Geschäftszahlen für 2024 solide erschienen. Der Informationsdienstleister im Gesundheitsbereich musste sich gesenkten Erwartungen stellen, was den Sektor zusätzlich belastete.
Märkte
Europäische Börsen im Aufwind trotz gemischter Signale aus den USA
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