Die Europäische Kommission hat einen bahnbrechenden Vorschlag vorgelegt, der darauf abzielt, die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der EU deutlich zu verringern. Künftig sollen primär nur noch große Unternehmen - etwa 20 Prozent der derzeit berichtspflichtigen Firmen - verpflichtet sein, über die sozialen und ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu berichten. Der Grund hierfür liegt nach Ansicht der Kommission darin, dass gerade diese Großkonzerne den größten Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft ausüben. Ziel dieser Initiative ist es, kleine und mittlere Unternehmen von dem beträchtlichen bürokratischen Aufwand zu entlasten, den solche Berichterstattungen mit sich bringen. Zudem wird den betroffenen Firmen ein Aufschub von zwei Jahren eingeräumt, bevor sie ihre ersten Nachhaltigkeitsberichte vorlegen müssen, was ihnen wertvolle Zeit verschafft, sich auf die neuen Vorschriften vorzubereiten. Dieses Vorhaben wird vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs- und Preisdrucks in der europäischen Industrie diskutiert, die gleichzeitig mit hohen Energiepreisen und rigorosen bürokratischen Anforderungen zu kämpfen hat. Auch aus unterschiedlichen Mitgliedsstaaten, darunter die Bundesregierung, wurden Forderungen nach einer Entschärfung der bestehenden Regelwerke laut. Darüber hinaus plant die Kommission auch Erleichterungen beim EU-Lieferkettengesetz und den Vorgaben für nachhaltige Investitionen. Der Vorschlag wird nun dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedsländern zur Beratung vorgelegt, bevor er in Kraft treten kann.
Politik
Erleichterung für Europas Mittelstand: EU-Kommission plant Lockerung der Nachhaltigkeitsvorgaben
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