Der Energieriese EnBW aus Karlsruhe hat im letzten Jahr einen erwarteten Rückgang seines Gewinns verbuchen müssen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 23 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro, nachdem sich die Preise für Strom und Gas an den Großhandelsmärkten normalisiert hatten. Dennoch bewegt sich EnBW damit in einem Rahmen, den der Konzern selbst vorausgesagt hatte. Auch die Konkurrenten Eon und RWE mussten ähnliche Verluste hinnehmen. Für das laufende Jahr prognostiziert EnBW einen Gewinn zwischen 4,8 und 5,3 Milliarden Euro.
Trotz der Herausforderungen bleibt der Konzernchef Georg Stamatelopoulos optimistisch und sieht für das kommende Jahr ein solides Ergebnis voraus, das den Fortgang des Investitionsprogramms ermöglicht. Er appelliert jedoch an die neue Bundesregierung, die Energiepolitik anzupassen, um den Umbau des Energiesystems effizient umzusetzen. Im Fokus steht der Bau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke, für die rasche gesetzliche Klarheit gefordert wird.
Ein Lichtblick für EnBW ist die frühzeitige Erreichung ihrer erneuerbaren Energieziele. Rund 59 Prozent der installierten Kapazität sind inzwischen grün, ein Erfolg, der ursprünglich erst 2025 erwartet wurde. Zudem konnte der CO2-Ausstoß in der Stromerzeugung um 15 Prozent gesenkt werden. Dank Investitionen in Höhe von 6,2 Milliarden Euro ging viel Geld in erneuerbare Projekte wie Offshore-Windparks und den Netzausbau.
Ein weiteres Thema auf der Agenda von EnBW: die Sicherstellung der zukünftigen Finanzierung, möglicherweise durch eine Kapitalerhöhung von etwa drei Milliarden Euro. Die Vorbereitungen sind bereits im Gange, wobei die beiden Hauptanteilseigner - das Land Baden-Württemberg und der Zusammenschluss OEW – ihre grundsätzliche Zustimmung signalisiert haben.