Inmitten eines geopolitischen Schachspiels reist Usha Vance, die Ehefrau des US-Vizepräsidenten J.D. Vance, auf Einladung nach Grönland – jedoch bleibt die tatsächliche Gastgeberin dieser Einladung im Dunkeln, zumindest laut US-Präsident Donald Trump. Der Besuch von Usha Vance, der von Trump als Akt der Freundlichkeit deklariert wird, entpuppt sich als weiterer Zug in einem sensiblen politischen Spielfeld. Trump betont, dass es die Grönländer seien, die den Kontakt zu den Amerikanern gesucht hätten, um Schutz und Versorgung zu erbitten. 'Die Idee der Einladung gefällt den Grönländern', so Trump, wohl wissend, dass Grönland in der Vergangenheit vernachlässigt wurde.
Interessanterweise distanziert sich die amtierende grönländische Regierung von der US-Delegation. Múte B. Egede, der amtierende Regierungschef, stellte in einem Facebook-Post klar, dass es zu keinem offiziellen Treffen mit Usha Vance kommen werde. Begleitet wird sie von Mike Waltz, Trumps Nationalem Sicherheitsberater, was dem vermeintlich lockeren Besuch durchaus beachtliche politische Dimensionen verleiht. Auf dem Programm stehen historische Stätten, kulturelles Erbe und ein traditionelles Hundeschlittenrennen in Sisimiut.
Die Reise ist jedoch nicht unproblematisch, da das grönländische Vertrauen bereits stark erschüttert ist. Mehrere Bürger fühlten sich unlängst schlecht behandelt, Sorgen wurden laut. Grönlands Unbehagen schwingt angesichts der politischen Entwicklungen in der Region mit, zumal Trumps Ambitionen, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen, weiter zunehmen. Dies blieb zuletzt nicht ohne Widerstand, wie kürzliche Proteste gegen solche Übernahmepläne in Nuuk zeigen.
Gleichzeitig befindet sich Grönland inmitten einer politischen Umbruchsphase, da die jüngsten Parlamentswahlen eine Neuformation der Regierung in Aussicht stellen, während Anfang April Kommunalwahlen anstehen. In diesem Spannungsfeld könnte die Reise von Usha Vance mehr als ein rein privater Naturell sein und lässt Fragen zur US-amerikanischen Grönland-Strategie aufkommen.