06. April, 2025

Wirtschaft

Digitaler Gesundheitssektor expandiert: Online-Apotheken erleben Zuwachs durch Einführung des E-Rezepts

Der anhaltende Trend zum Online-Kauf von Medikamenten in Deutschland zeigt weiterhin beeindruckende Wachstumsraten und verstärkt die Transformation des Gesundheitswesens hin zur Digitalisierung. Nach aktuellen Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) erzielten Online-Apotheken im ersten Quartal diesen Jahres Umsätze in Höhe von 423,1 Millionen Euro. Diese Zahl stellt einen bemerkenswerten Anstieg von 7,8 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres dar. Bereits in den zwei vorangegangenen Quartalen konnten die Online-Anbieter signifikante Zuwächse verzeichnen, was auf einen nachhaltig positiven Trend hindeutet.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Einführung des elektronischen Rezepts (E-Rezept), das seit Januar 2024 flächendeckend in deutschen Arztpraxen implementiert wird. Der digitale Komfort, der durch die Möglichkeit virtueller Arztbesuche und digitaler Verschreibungen entstanden ist, verändert die Art und Weise, wie Patienten Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Frank Düssler, ein Sprecher des BEVH, hebt hervor: „Die Einführung des E-Rezepts erfüllt die hochgesteckten Erwartungen und ist ein entscheidender Faktor für das Wachstum des Online-Apothekenmarkts.“

Traditionelle Apotheken, insbesondere in ländlichen Gebieten, weichen zunehmend der Konkurrenz aus dem Internet, deren Ausbreitung auch einen Teil des Rückgangs kompensiert. Bekannte Namen wie DocMorris und Medpex erhöhen durch ihre starke Präsenz im Markt die Zugänglichkeit von Medikamenten. Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy, früher bekannt als Shop Apotheke, konnte innerhalb eines Jahres ihren Umsatz um beeindruckende 32 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro steigern. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg im Bereich der rezeptpflichtigen Medikamente in Deutschland, der um 69 Prozent zunahm.

Im Gegensatz dazu erleben traditionelle Apotheken einen signifikanten Rückgang. Nach Angaben der ABDA belief sich die Anzahl der Apotheken Ende 2024 auf 17.041, was einen Rückgang um 530 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dies stellt den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1978 dar und unterstreicht den strukturellen Wandel im Gesundheitswesen.

Diese positive Entwicklung im E-Commerce-Sektor erstreckt sich über viele Branchen hinaus. So stieg der gesamte Online-Umsatz in Deutschland im ersten Quartal 2024 auf 19,7 Milliarden Euro. Dieses nominale Wachstum von 3,2 Prozent übertraf erstmals seit der Mitte des Jahres 2022 die Inflationsrate, was auf ein gesundes Wachstum des Marktes hinweist.