Cyberkriminalität der Superlative: Der jüngste digitale Raub von Kryptowährungen im Wert von 1,5 Milliarden Dollar stellt die Finanzwelt vor neue Herausforderungen. Alles deutet auf die berüchtigte nordkoreanische Hackergruppe Lazarus hin, die sich über die Kryptobörse Bybit in Dubai Zugang zu dieser enormen Summe verschaffte. Erfahrene Sicherheitsspezialisten wie Chainalysis, Elliptic, Arkham Intelligence sowie der Analyst ZachXBT haben dies durch umfassende Untersuchungen bestätigt. Mit ausgefeilten Methoden gelang es den Angreifern am vergangenen Freitag, die Administratoren von Bybit während einer Routine-Transaktion zu überlisten, wodurch die Gelder auf eine unbekannte Adresse umgeleitet wurden. Insgesamt wurden 401.000 Ethereum-Währungseinheiten gestohlen. Diese raffinierte Aktion trägt die typische Handschrift Nordkoreas, die sich durch komplexe Geldwäschemechanismen auszeichnet. Interessant ist, wie die Täter vorgehen: Obwohl Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum oft als anonym gelten, sind alle Transaktionen öffentlich über die Blockchain einsehbar. Chainalysis zufolge haben die Hacker die entwendeten Werte geschickt über zahlreiche Zwischenadressen verteilt und dabei No-KYC-Soforttauschdienste genutzt. Ein bedeutender Teil der Kryptowährungen bleibt jedoch unberührt – eine bekannte Taktik, bei der die Hacker wochen- oder monatelang warten, bevor sie die Gelder bewegen. Dieser digitale Diebstahl übertrifft sogar den spektakulärsten analogen Bankraub: Im Jahr 2003 ließ Saddam Hussein am Vorabend des Irakkrieges 920 Millionen Dollar von der irakischen Zentralbank entwenden. Trotz der Entdeckung eines Teils der Summe fehlen bis heute rund 350 Millionen. Der Bybit-Coup setzt allerdings neue Maßstäbe in Sachen Cyberkriminalität.
Krypto
Digitaler Coup in Dubai: Nordkoreanische Hackergruppe im Fokus
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