05. April, 2025

Pharma

Digitale Transformation: E-Rezept steigert Umsatz der Online-Apotheken

Die Digitalisierung im Gesundheitssektor Deutschlands erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung, insbesondere im Bereich der Arzneimittelversorgung. Unterstützt durch das neue E-Rezept, verzeichnen Online-Apotheken signifikante Umsatzsteigerungen. Nach Angaben des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEHV) erreichten die Online-Verkäufe von Medikamenten im ersten Quartal eindrucksvolle 423,1 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Diese positive Entwicklung setzte sich auch in den vorherigen Quartalen fort, was auf einen anhaltenden Trend zur Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung hindeutet.

Mit dem verpflichtenden E-Rezept, das im Jahr 2024 eingeführt wurde, können Patientinnen und Patienten bequem verschreibungspflichtige Medikamente online bestellen. Frank Düssler, Sprecher des BEHV, betont, dass digitale Technologien, wie Online-Terminvereinbarungen und Videosprechstunden, zunehmend zur Routineversorgung gehören. Diese neuen digitalen Ansätze verbessern insbesondere in ländlichen Regionen mit einer abnehmenden Anzahl von Apotheken den Zugang zu Medikamenten signifikant und tragen somit zu einer gleichwertigen Versorgung bei.

Unter den Unternehmen, die von dieser digitalen Transformation profitieren, befindet sich neben der bekannten DocMorris auch die Medpex. Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung der Redcare Pharmacy, ehemals als Shop Apotheke bekannt, die im vergangenen Jahr ihren Umsatz um beeindruckende 32 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro steigern konnte. Die Erlöse aus dem Verkauf verschreibungspflichtiger Medikamente in Deutschland stiegen dabei sogar um dramatische 69 Prozent, was die zunehmende Akzeptanz und das Vertrauen der Verbraucher in den Online-Kauf von Medikamenten unterstreicht.

Gleichzeitig mit dem Aufschwung im Online-Geschäft setzt sich der Rückgang klassischer Apotheken in Deutschland fort. Mit nur noch 17.041 Apotheken Ende 2024 erreichte deren Zahl einen historischen Tiefstand, den es zuletzt im Jahr 1978 gab, berichtet die Apothekervereinigung ABDA. Trotz dieses Rückgangs konnte der gesamte Onlinehandel laut BEHV eine Erholung verzeichnen und stieg im ersten Quartal auf insgesamt 19,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Diese Entwicklungen verdeutlichen den tiefgreifenden Wandel im Gesundheitswesen hin zu digitalisierten Prozessen, die sowohl für die Branche als auch für die Verbraucher bedeutende Vorteile bieten. Die kontinuierliche Zunahme der Nutzung digitaler Gesundheits- und Einkaufsdienste spiegelt eine sich verändernde Landschaft wider, die auf Effizienz, Zugänglichkeit und moderne technologische Lösungen setzt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Trend weiterentwickelt und welche neuen Möglichkeiten sich daraus für die Gesundheitsversorgung in Deutschland ergeben werden.