28. Februar, 2025

Märkte

Dax vor Herausforderung: Zollbedrohung und Inflationssorgen bremsen Aufwärtstrend

Dax vor Herausforderung: Zollbedrohung und Inflationssorgen bremsen Aufwärtstrend

Der Dax steht in der kommenden Woche vor einer schwierigen Phase, beeinflusst von Zollbedrohungen und steigenden Inflationsängsten. Experten prognostizieren, dass der deutsche Leitindex, der sich knapp unter seinem Rekordhoch bewegt, stagnieren oder leicht rückläufig sein könnte. Portfoliomanager Manfred Rath von der KSW Vermögensverwaltung sieht eine Seitwärtsbewegung des Dax voraus, sofern keine neuen geopolitischen Entwicklungen die Märkte beeinflussen. Auch die Hoffnung auf Entspannung im Ukraine-Konflikt scheint kurzfristig unbegründet, während die mögliche Gefahr durch US-Zölle besonders ernst genommen wird.

Claudia Windt, Analystin der Landesbank Hessen-Thüringen, zeigt sich besorgt über die jüngsten Zollandrohungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Sein Vorgehen hat erneut Unsicherheit auf dem globalen Parkett ausgelöst. Die angekündigten 25-Prozent-Zölle auf europäische Produkte bergen das Risiko, Marktteilnehmer weltweit zu verunsichern. Dies hat unter Anlegern zu Zweifeln an der Wirksamkeit dieser Politik geführt.

Stephan Greiner von der Vermögensverwaltungsgesellschaft B&K betont, dass in der neuen Woche die Aufmerksamkeit auf eine Reihe wichtiger US-Konjunkturdaten gelenkt werden sollte. Die Ergebnisse der US-Einkaufsmanager-Indizes sowie die Arbeitsmarktdaten, die für Donnerstag und Freitag erwartet werden, könnten richtungsweisend für die US-Geldpolitik sein. Trotz eines robusten US-Arbeitsmarktes gibt es jedoch Anzeichen für beginnende Ermüdungserscheinungen nach der anfänglichen Euphorie um Trumps wirtschaftspolitische Maßnahmen.

In Europa haben die Aktienmärkte in Erwartung positiver Entwicklungen zuletzt deutlich zugelegt. Laut Greiner könnte sich dieser Trend jedoch aufgrund fehlender fundamentaler Unterstützung als fragil erweisen. Die DZ Bank sieht zudem ein wachsen des technischen Korrekturpotentials am Markt. Gewinnmitnahmen oder unerwartet schwache Unternehmenszahlen könnten in den kommenden Tagen zu Kursrückgängen führen.

Frische Impulse für den Markt könnten die bevorstehenden Unternehmensberichte liefern. Am Dienstag präsentieren Continental, Bilfinger und Freenet ihre Jahresabschlüsse, während Mitte der Woche Bayer und Evonik im Fokus stehen. Am Donnerstag wird Merck KGaA die Woche der Geschäftszahlen abrunden.