Die europäischen Börsen stehen heute im Zeichen schwacher Vorgaben aus Übersee. Der deutsche Leitindex DAX wird voraussichtlich einige seiner jüngsten Verluste ausweiten. Vor Eröffnung der Börse deutet der X-Dax auf einen Rückgang von 1,2 Prozent auf 22.278 Punkte hin, womit er auf das Niveau der Vorwoche zurückfällt. Auch der EuroStoxx 50 verliert am letzten Handelstag der Woche voraussichtlich 1,2 Prozent. Ein erneuter Anstieg auf das kürzlich erreichte Rekordhoch von 22.935 Punkten scheint in Anbetracht der wiederbelebten Zollsorgen und der weltweiten Marktschäden unwahrscheinlich. Nachdem US-Präsident Donald Trump Zölle gegen China, Kanada und Mexiko angekündigt hat, gerieten die asiatischen Märkte unter Druck und folgten damit den schwachen amerikanischen Börsen. Trotz der gegenwärtigen Verkaufswelle sieht Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners, die europäischen Märkte im internationalen Vergleich als stabilen Faktor. Am Nachmittag rücken die deutschen Verbraucherpreise und der PCE-Preisindex der USA in den Fokus, ein entscheidender Indikator für die Zinspolitik der Fed. Die Helaba erwartet keine deutliche Abkühlung des Preisdrucks, und Zinssenkungen sind vor Mitte des Jahres nicht zu erwarten. Unternehmensseitig bleibt die Allianz im Blickpunkt, nachdem der Versicherer einen Aktienrückkauf sowie eine Dividende von 15,40 Euro für 2024 ankündigte. Dies übertraf leicht die Erwartungen. Auf Tradegate fielen die Allianz-Aktien vorbörslich dennoch um 0,6 Prozent. Im Chemiesektor gibt es Neuigkeiten von BASF und Alzchem. BASFs Gewinn ist 2024 erheblich gestiegen. Der positiv bewertete Ausblick auf 2025 könnte den Aktienkurs in einem schwachen Marktumfeld stützen. Vorbörslich war davon jedoch wenig zu sehen. Alzchem plant nach einem Rekordjahr eine Dividendenhöhung um 50 Prozent, was die Anleger erfreut; die Aktien stiegen auf Tradegate um 3,4 Prozent. Der Chemiekonzern Lanxess musste auf Tradegate Einbußen von 2,9 Prozent hinnehmen, nachdem die Berenberg Bank ihre Kaufempfehlung aufgrund eines bereits hohen Kursanstiegs gestrichen hatte. Gründe für den Anstieg waren starke Quartalszahlen, Friedenshoffnungen in der Ukraine, sinkende Energiepreise und das Wahlergebnis in Deutschland.
Märkte
DAX unter Druck: Europas Märkte als Stabilitätsanker
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