Block – viel mehr als Krypto
Während die Krypto-Welt boomt und Bitcoin auf Rekordkurs liegt, hinkt die Aktie des Fintech-Unternehmens Block erstaunlich hinterher. Die Papiere des Fintechs, das mit seinen Square-Kassensystemen und der Cashapp längst über die US-Kleinunternehmerszene hinaus bekannt ist, haben auf Jahressicht lediglich zehn Prozent zugelegt und bewegten sich zuvor lange im Minus.
Das Ergebnis überrascht in einem Umfeld, in dem Mitbewerber wie Goldman Sachs und JPMorgan teils starke Gewinne verzeichneten. Für Block stellt sich die Frage, wie es trotz diversifizierter Geschäftsstrategie und starker Position im Krypto-Bereich dazu kommen konnte.
Von Kassenterminals zum Finanzriesen
Block ist mehr als nur ein Kassenterminal-Anbieter: Die Cashapp, Blocks zweite Säule, bietet inzwischen von Überweisungen bis zu Investments in Bitcoin und Aktien eine breite Palette an Funktionen und erweitert stetig ihren Funktionsumfang.
Mit dem Kauf von Afterpay 2022 drang Block auch in das „Buy Now, Pay Later“-Geschäft ein, ein wachsender Bereich mit Potenzial – aber auch mit Risiken. Neben diesen Finanzdienstleistungen investiert Block in Krypto-Projekte wie die eigene Cold-Wallet „Bitkey“ und den Bau eines Bitcoin-Mining-Chips.
Trotz dieser Entwicklungen macht das Bitcoin-Geschäft bislang jedoch nur rund drei Prozent des Bruttogewinns von Block aus – ein bescheidener Anteil angesichts der Erwartungen, die oft mit Blocks Krypto-Aktivitäten verbunden werden.
Finanzprodukte mit Fokus auf kleines Wachstum
Wachstumstreiber könnten Blocks Finanzdienstleistungen werden, die in den letzten Monaten eine solide Entwicklung zeigen. Die Abo- und Service-Umsätze von Square und Cashapp stiegen zuletzt um 20 Prozent, während die Kosten nur moderat um fünf Prozent zunahmen.
Dank dieser Effizienz erzielte Block für die ersten neun Monate des Jahres 2024 einen operativen Gewinn von 879 Millionen Dollar – eine bemerkenswerte Erholung nach dem operativen Verlust von 148 Millionen Dollar im Jahr 2023.
Besonders die Square-Kredite für Kleinunternehmen und die Cashapp-Debitkarte tragen zum Wachstum bei und bieten Block eine Chance, den Umsatz mit klassischen Finanzprodukten weiter auszubauen.
Die Schattenseite: Steigendes Kreditrisiko
Block geht mit seinen Kreditangeboten jedoch auch ein höheres Risiko ein. Die Zielgruppe von Cashapp und Square – oft einkommensschwächere Verbraucher und kleine Unternehmen – birgt eine erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit.
Je weiter Block sich in diesem Markt etabliert und Kreditvolumina ausweitet, desto stärker könnten sich eventuelle Ausfälle auf den Gesamtgewinn auswirken.
Hier gilt es für Block, eine feine Balance zu finden: zu stark auf Wachstum zu setzen könnte die Stabilität des Unternehmens belasten, während zu vorsichtige Schritte den Anschluss im Wettbewerb kosten könnten.
Bitcoin als Wachstumsfaktor?
Obwohl Block mit seinen Krypto-Initiativen wie dem Mining-Chip und der Bitkey-Wallet Innovationen auf den Markt bringt, bleibt das Bitcoin-Geschäftssegment für Block bisher eher eine Marketing- als eine Gewinnquelle.
Während Bitcoin für Aufsehen sorgt, sind die Cashflows von Block durch diese Sparte bislang eher gering. Die Hoffnung auf eine Krypto-Rallye, die die Aktie nach oben treibt, bleibt daher spekulativ – das Unternehmen ist weit stärker von seinem Kerngeschäft im Finanzdienstleistungssektor abhängig, als manche Anleger annehmen.