Bitcoin erlebte am Donnerstag eine kurzlebige Erholung, die ihn aus seinem jüngsten Seitwärtstrend herausführte. Die weltweit bekannteste Kryptowährung profitierte am Morgen von der Aussicht auf weiterhin sinkende Zinsen in den USA, und der Kurs kletterte dabei auf beachtliche 87.500 Dollar - der höchste Stand seit Anfang März. Doch die anfänglichen Gewinne erwiesen sich als fragil, da die Risikoaversion an den Finanzmärkten zunahm und den Bitcoin zur Rückgabe seiner Tagesgewinne zwang. Das vorübergehende Hoch des Bitcoins wurde begünstigt durch die Ankündigung der US-Notenbank, die bei ihrer Sitzung am Mittwochabend zwei weitere Zinssenkungen für dieses Jahr in Aussicht stellte. Diese Aussicht beflügelte riskante und zinslose Anlagen wie Bitcoin, wie Marktanalyst Timo Emden von Emden Research hervorhob. Die Kryptowährung nutzte so den Aufwind der Vortage: Bereits am Mittwoch hatte die Nachricht, dass die US-Börsenaufsicht SEC eine unerwartete Niederlage in einem Rechtsstreit gegen Ripple Labs eingesteckt hatte, für Rückenwind gesorgt. Hinter Ripple Labs steht die Kryptowährung XRP, deren Wert nach der privaten Erfolgsmeldung des Technologieunternehmens stark gestiegen war und damit auch den Bitcoin unterstützte. Im besagten Verfahren ging es um die Einstufung von XRP als Wertpapier oder Rohstoff, wobei letzteres sich im Sinne der Kryptobranche nunmehr durchgesetzt hat. XRP, hinsichtlich Marktkapitalisierung aktuell auf Platz drei, sollte ursprünglich Teil der nationalen Kryptoreservepläne von US-Präsident Donald Trump sein, wurde jedoch bei der ersten Anordnung zur Einrichtung von Digitalwährungsreserven nicht berücksichtigt. Die anfängliche Euphorie am Kryptomarkt war jedoch nicht von Dauer, ähnlich den Börsenplätzen weltweit. Hier verdrängten fortwährende Sorgen über die negativen Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die Weltwirtschaft schnell die Vorfreude auf die Zinssenkungen. Solche Bedenken belasten riskante Anlagen wie Kryptowährungen stets aufs Neue.
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Bitcoin: Höhenflug mit Turbulenzen
