03. April, 2025

Pharma

Bayer im Rechtsstreit: US-Gericht verhängt Milliardenstrafe wegen Glyphosat

Bayer im Rechtsstreit: US-Gericht verhängt Milliardenstrafe wegen Glyphosat

In einem bedeutenden juristischen Schlag gegen den Agrarchemie- und Pharmariesen Bayer haben Geschworene im US-Bundesstaat Georgia den Konzern zu einem Schadenersatz von knapp 2,1 Milliarden US-Dollar verurteilt. Der Kläger, der bei seiner Krebserkrankung einen Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup sieht, erhielt somit Recht. Bayer hat umgehend Berufung gegen die Entscheidung angekündigt und zeigt sich überzeugt, dass ein höheres Gericht das Urteil kippen oder den Schadenersatz erheblich mindern könnte.

Die Anwälte des Klägers betonten, dass das Urteil die Verantwortungslosigkeit Bayers im Umgang mit dem umstrittenen Produkt unterstreiche. Bayer wiederum widerspricht entschieden und verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen sowie Regulierungsbehörden weltweit, die Glyphosat nicht als krebserregend einstufen. Die jüngste Gerichtsurteil reiht sich in eine Serie von Klagen gegen Bayer ein, die seit der Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto im Jahr 2018 anhängig sind.

Ein zentrales Thema bleibt die Rechtslage in den USA, die im Hinblick auf Warnhinweise für solche Produkte uneinheitlich ist. Während die US-Umweltbehörde EPA keinen Krebsverdacht bestätigt und keine Warnung auf dem Produktlabel verlangt, bestehen einige Bundesstaaten auf ihren eigenen Vorschriften. Bayer hofft auf ein klärendes Urteil des Supreme Court, ob Bundesrecht die Vorschriften der einzelnen Bundesstaaten übertrifft.

Bayer-Chef Bill Anderson betonte die Unsicherheiten, die sich aus den laufenden Rechtsverfahren ergeben. Angesichts dieser juristischen Herausforderungen intensiviert Bayer seine Lobbyarbeit in den USA, um mögliche Gesetzesänderungen zu fördern, die das Unternehmen vor weiteren milliardenschweren Schadensersatzansprüchen bewahren könnten.