Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat drastische Maßnahmen gegen das ohnehin in Liquidation befindliche Münchner Bankhaus Obotritia ergriffen. Angesichts drohender Insolvenz schränkte die Behörde den Geldverkehr massiv ein. Das Institut darf keinerlei Zahlungen entgegennehmen oder leisten, es sei denn, sie dienen der Schuldentilgung. Gleichzeitig verbot die Bafin jegliche Veräußerung von Vermögenswerten, um Gläubiger und Anleger zu schützen. Rund 1.300 Anleger des Bankhauses Obotritia GmbH i.L. können jedoch beruhigt sein: Ihre Einlagen sind bis zu 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Diese Maßnahme soll die Vermögenswerte in einem geordneten Verfahren sichern. Die Bafin stellte klar, dass die Bank nicht als systemrelevant gilt und somit keine Gefahr für die Finanzstabilität darstellt – die Bilanzsumme lag Ende 2024 bei bescheidenen 52 Millionen Euro. Obotritia, spezialisiert auf Gewerbeimmobilien, trat 2019 in den Markt ein, ein Sektor, der durch die Corona-Pandemie ins Straucheln geriet. Im Oktober 2024 ordnete die Muttergesellschaft, Obotritia Capital KGaA aus Potsdam, die Auflösung der Bank an. Interessanterweise verzichtet das Bankhaus auf die Mitgliedschaft im Bundesverband deutscher Banken und profitiert somit nicht vom dortigen Einlagensicherungsfonds.
Wirtschaft
Bafin greift ein: Münchner Bankhaus Obotritia unter strenger Aufsicht
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